Biodiversität

In Isny hat die Biodiversität einen hohen Stellenwert. Die Stadt ist Lebensraum für viele Arten und kann damit ergänzen oder ausgleichen, was in der intensiv landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft nicht (mehr) anzutreffen ist.

Was bedeutet Biodiversität?
Biodiversität ist biologische Vielfalt, das heißt Artenvielfalt, Vielfalt an Lebensräumen und genetische Vielfalt.

Naturraum der Stadt - Biodiversität in Isny

Isny ist Stadt und vielfältiger Lebensraum. Eine Selbstverständlichkeit ist das jedoch auch im grünen Allgäu nicht. Die biologische Vielfalt zu erhalten, ist eine der größten Herausforderungen der Zeit. Aktuell ist ein dramatisches Artensterben zu beobachten. In den nächsten Jahrzehnten könnten von den weltweit acht Millionen Tier- und Pflanzenarten eine Million Arten einfach verschwinden. Und davon ist unsere Region nicht ausgenommen. Der Verlust der Artenvielfalt bedroht die Lebensgrundlagen aller. Die Natur zu schützen ist eine Aufgabe, die alle angeht.

Ein Biodiversitätspfad im Isny Oval
Gemäß dem Motto „man schützt nur, was man kennt“, bleibt es Daueraufgabe, den Menschen die Natur mit ihrem Reichtum an Tieren und Pflanzen nahezubringen.
Isny hat einen Biodiversitätspfad angelegt, der durchs Isny Oval führt und beim Spaziergang die Artenvielfalt nicht nur in diesem grünen städtischen Gürtel erfahren lässt. Dargestellt werden verschiedene Lebensräume.

Lebensraum Stadt/StadtNatur

Den Lebensraum Stadt bewohnen nicht nur Menschen. Erstaunlich viele Wildtiere und Pflanzen leben in der StadtNatur. Manche Arten fühlen sich mittlerweile zwischen städtischen Gemäuern, in Parks und Grünanlagen aber auch in Privatgärten wohler als draußen auf dem Land.
Eine strukturreiche Stadt mit kleinteiliger Nutzung bringt vielfältige Lebensräume hervor.
Bäume in der Stadt dienen nicht der Holzproduktion. Der Anteil an alten Bäumen und verwitterndem Holz (Totholz) ist deshalb viel höher als im Wirtschaftswald, was etlichen Arten zugute kommt.
Für Tiere, die vorzugsweise an Gebäuden leben und insbesondere in alten Gemäuern Ritzen und Nischen finden, bietet die Stadt viele Möglichkeiten, z.B. für Haussperling und Hausrotschwanz oder Mauersegler und Turmfalken.
Pflanzen in der Stadt sind oft Überlebenskünstler, die nicht nur in Parks und Gärten überleben, sondern auch an Straßen- und Wegrändern, in Mauerritzen und -nischen, auf Brachland oder Baustellen.

Ökosystem Moor

Moore sind ein wichtiger Lebensraum für viele seltene und hoch spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. In den Allgäuer Mooren kommen mehr als 100 bundesweit stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten vor.
Aufgrund der hohen Anpassung an kleine und einzigartige Nischen im Moor, reagieren Pflanzen und Tiere sehr empfindlich auf eine Störung und Veränderung der Lebensbedingungen. So kann ein Eintrag von Nährstoffen durch Düngung auf angrenzenden Grünflächen beispielsweise zu einer starken Störung des sensiblen Lebensraums oder zu einem Aussterben der dort heimischen Arten führen. Aufgrund der veränderten Lebensbedingungen durch Klimawandel, intensive Landwirtschaft und Entwässerung sowie der oftmals beschränkten Ausbreitungsfähigkeit sind zahlreiche Moorarten gefährdet.
Klimarelevanz - Moore als CO2-Senken
Früher wurden Moore als wertlos und „öde“ angesehen. Heute entdeckt man ihre große Bedeutung. Sie speichern in ihren mächtigen Torfkörpern gigantische Mengen an Kohlenstoff. Bei intaktem Wasserhaushalt können sie diese Torfvorräte über Jahrtausende hinweg ansammeln. Weltweit nehmen Moore nur 3 % der Landfläche der Erde ein, aber speichern rund 30 % des gesamten Bodenkohlenstoffs - pro Hektar ca. 700 Tonnen, das ist sechs Mal so viel wie ein Wald. In entwässerten Mooren dagegen wird der Torf zersetzt und geht als CO2 und Lachgas in die Luft – pro Jahr 1-2 cm.

Der Wald

Der Wald ist ein Wunder der Vielfalt in mehrfacher Hinsicht. Da ist einmal die Fülle der im Wald lebenden Tier- und Pflanzenarten, der so genannten biologischen Vielfalt. Im Ökosystem Wald wird aus vielen Einzelnen ein großes Ganzes gebildet in einem in sich geschlossenen, stetigen Kreislauf. Dazu tragen Pilze und Pflanzen bei, die unterschiedliche Stockwerke des Waldes besiedeln und in unzähligen, komplexen Netzwerkverbindungen miteinander in Beziehung stehen.
Zum anderen erbringt der Wald eine Vielfalt an Leistungen.
Die sogenannte Multifunktionalität des Waldes ist es, die das Ökosystem für Mensch und Umwelt einzigartig und unverzichtbar macht. Ordnet man die Funktionen Kategorien zu, so kann man ökonomische, ökologische und soziale Leistungen unterscheiden.
Der Wald hat zahlreiche Schutzfunktionen. So liefert er mit seinen Blättern und Nadeln überlebenswichtigen Sauerstoff zum Atmen, in seinen Böden reinigt und speichert er Wasser und durch sein verzweigtes Wurzelwerk hält er den Boden fest. Er ist Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Im Wald finden sie Ruhe, weil die Bäume ein natürlicher Lärmschutz sind.
Auch für den Menschen ist der Wald ein wichtiger Rückzugsort, ein beliebter Raum für verschiedenste Formen der Erholung und Freizeitgestaltung. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Bewegung im Wald gesund hält und Glückshormone ausschüttet.
Die ökologischen Leistungen des Waldes kreisen um den Schutz des Ökosystems und den Erhalt des Naturerbes für nachfolgende Generationen. Sie reichen vom Lebensraum kleinster Artvorkommen bis hin zur globalen Rolle der Wälder als CO2-Speicher innerhalb des Klimasystems der Erde.
Die soziale Komponente des Waldes umschließt in erster Linie seine Rolle als Erholungs- und Bildungsraum. Aber auch sein Einfluss auf unsere Kultur, auf Sitten und Gebräuche, auf die Kunst sowie auf Sagen und Mythen fällt darunter.