Isny ist stolz auf seine Olympiateilnehmer


am 25.02.2022 von Barbara Rau

Zwei Isnyer waren in Peking bei den Olympischen Spielen - Langläufer Friedrich Moch als Athlet und Maximili-an Mechler als Bundestrainer der Skisprung-Frauen. Die Stadt Isny hat für die beiden einen Empfang ausgerichtet und der Wintersportnachwuchs stand Spalier.

Coronabedingt konnte der Empfang, den der Wintersportverein (WSV) Isny und die Stadt Isny gemeinsam ausrichteten, leider nur mit einer eingeschränkten Zahl an geladenen Gästen und zusätzlichen Auflagen stattfinden. Dabei hätten eigentlich alle Isnyer eingeladen werden müssen, denn „die ganze Stadt hat mit euch mitgefiebert“, sagte Bürgermeister Rainer Magenreuter bei der Begrüßung im Kurhaus und bekannte dabei, ein „sehr stolzer“ Bürgermeister zu sein. „Ihr habt Isny als Wintersportort durch die Teilnahme aber auch die tollen Platzierungen in Peking prominent vertreten.“ Das zeigte sich auch darin, dass die Presse samt TV und Rundfunk beim Empfang gut vertreten war und ausgiebig die Gelegenheit zu Interviews und Fachfragen wahrnahm.
Bürgermeister Magenreuter nutzte die Ehrung für ein Plädoyer, weiterhin den Wintersport in Isny finanziell zu unterstützen. Ermöglichen doch die Wintersportanlagen mit Langlaufstadion, Hasenbergschanzen und Felderhalde Skilift erst die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit des WSV. Vom hervorragenden Isnyer Loipennetz kenne Friedrich wahrscheinlich jeden Meter. „Gut dass es bei uns auch Loipen mit knackigen Anstiegen gibt“, scherzte er mit Blick auf die schweren Loipen, die der junge Langläufer in Peking bewältigen musste. Über das letzte Rennen berichtete Friedrich Moch, das sei das härteste seines bisherigen Lebens gewesen, auf der härtesten Strecke, die er je gelaufen sei, bei nahe 20 Grad Minus und sehr starkem Wind. „Glücklicherweise wurde es verkürzt.“ Dass er das Olympiaticket schon mit dem ersten Weltcuprennen gelöst hatte, hat ihn seinen Worten nach nicht unter Druck gesetzt, er habe das eher entspannt gesehen. „Die Olympia-Teilnahme war ein Traum aber nicht primäres Ziel für mich.“ In Peking hab er den schnelleren Schnee vermisst, den es auf Isnyer Loipen gebe. Ein Dank an den Isnyer Loipenspurer Erhard Pferdt war da folgerichtig.
Maximilian Mechler berichtete von einem straffen Pensum, das er als Bundestrainer schon das ganze Jahr vor und dann bei den olympischen Spielen hatte und von der Aufgabe, als Trainer seine Athletinnen beim Wettbewerb nicht nervös zu machen. „Mein Pulsschlag, wenn die Springerin oben an der Schanze sitzt, ist bei nichts anderem zu top-pen“, bekannte er.

Die Saison ist noch nicht vorbei

Für Mechler und Moch ist die Saison noch nicht vorbei. Für den Langläufer stehen noch Rennen auch im Weltcup an und der Trainer plant sowieso schon die nächsten vier Jahre. Da könnte dann durchaus weiterer Nachwuchs aus dem WSV Isny am Start sein. Denn wie sagte Jochen Müller, Schulleiter des Gymnasiums Isny und Präsident des Schwäbi-schen Skiverbands zu Friedrich Moch: „Das Isnyer Modell hat dich dahin gebracht.“ Durch dieses Sportsystem, das Müller selbst entwickelt hat, ist es talentierten Jugendlichen möglich, Training und Schule ohne Internat erfolgreich zu vereinen. Ein augenzwinkerndes, charmantes Lob für ihre intellektuellen Fähigkeiten gab es obendrein vom Pädagogen: „Wenn es Interviews mit euch beiden gibt, muss ich mir keine Sorgen machen.“
Tom Maus, Vorsitzender des WSV Isny, konnte seinen Stolz auf die früchtetragende Nachwuchsarbeit des WSV nicht verbergen. Das verband er mit einem Dank an die Trainerinnen und Trainer, die schon im jüngsten Alter Freude an der Bewegung und Liebe zum Wintersport zu legen vermögen und dann weiter ausbilden. Maus dankte außerdem dem „Ökosystem Eltern, Schule und Stadt“, mit dem für die Kinder und Jugendlichen ein Optimum an Förderung möglich sei. Nicht zu unterschätzen dürfte außerdem die Vorbildfunktion von Friedrich Moch und Maximilian Mechler für den Nachwuchs sein, da waren sich die Redner alle einig.