Hilfe für die Innenstadt: Stadt Isny setzt ein Zeichen der Solidarität


am 01.03.2021 von Christiane Brockhoff

Isny – Die Frage, ob der eigene Betrieb die Corona-Krise übersteht, treibt zurzeit fast jeden Händler und Gastronomiebetreiber um. Damit wachsen die Sorgen um die Zukunft der Innenstädte. Die Stadt Isny hat jetzt beschlossen, positive Signale dagegen zu setzen.

Einstimmig hat der Verwaltungssauschuss am 22. Februar Unterstützungsmaßnahmen für den Isnyer Einzelhandel und die Gastronomie beschlossen. Mit einem 35.000 Euro umfassenden Hilfspaket soll in Maßnahmen investiert werden, die helfen sollen, die Folgen der Pandemie in der Stadt zu lindern. Vorausgegangen waren dem Beschluss Initiativen von Isny Aktiv e.V. und dem Büro für Stadtmarketing der Isny Marketing GmbH. Seit Beginn der Pandemie stehen sie in unmittelbarem Kontakt mit den Betroffenen in Isny. Kampagnen appellierten an die Solidarität der Bürger und Kunden, Aktionen unter dem Motto „wer weiter denkt, kauft näher ein“ verfolgten das Ziel, das Geschäftstreiben trotz aller Einschränkungen anzukurbeln. Vor knapp drei Wochen startete Isny Aktiv die Plakataktion „Läden dicht, Ofen aus“ um die Sorgen der Geschäfts- und Gastronomiebetreiber öffentlich zu machen. „Dass Geschäfte und Lokale ihre Schaufenster mit großen Plakaten abkleben, sollte ein deutliches Zeichen sein, dass endlich etwas passieren muss,“ betont Lucas Becher, Vorstandsvorsitzender des Vereins.
In Abstimmung mit Katrin Mechler, Leiterin der Geschäftsstelle Isny Aktiv und des Stadtmarketingbüros, wurde das Thema gleichzeitig an die Stadtverwaltung herangetragen. „Es war einfach klar, dass lokale Lösungen nur gemeinsam zu finden sind,“ erklärt Mechler. In zahlreichen Gesprächen wurden Unterstützungsmöglichkeiten und Strategien für Isny erörtert. „Der Austausch mit Bürgermeister und Stadtverwaltung war sehr konstruktiv. Mit den Anliegen der Betroffenen aus Handel und Gastronomie, aber auch mit unserer Sorge um die Innenstadt als Gesamtheit, trafen wir auf offene Ohren,“ berichtet Lucas Becher.

Ein Signal der Stadt

„Wir sind uns in der Verwaltung mit Lucas Becher und Katrin Mechler einig gewesen, dass die Stadt Isny Einzelhandel und Gastronomie, deren Existenzsorgen wir seit geraumer Zeit wahrnehmen, trotz des klammen städtischen Haushalts, unterstützen muss“, erklärt Bürgermeister Rainer Magenreuter. Er hätte das gerne öffentlich mit dem Gemeinderat diskutiert, aber der nächste Sitzungstermin war ihm dafür zu spät. Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses, der nichtöffentlich tagte, stellten sich geschlossen hinter den Verwaltungsvorschlag. Es sei wichtig, ein Zeichen zu setzen, wurde einhellig betont. „Das Geld soll ein Solidaritätsbeitrag sein und einen Lichtblick für die direkt Betroffenen und die ganze Stadt schaffen,“ ergänzt Magenreuter.
Die Konzeption und Ausgestaltung der konkreten Maßnahmen wird nun in weiteren Gesprächen zwischen Stadt, Stadtmarketing und Isny Aktiv stattfinden. Es besteht Einigkeit darüber, dass der Fokus auf der Innenstadtbelebung direkt nach dem Ende des Lockdowns liegen müsse, alle Betriebe in gleichem Maße unterstützt werden und die Maßnahmen einen direkten Mehrwert für Bürger und Besucher bringen müssen. Ziel sei es, mit Aktionen, Innenstadterlebnissen und konkreten Unterstützungsleistungen für Gewerbe und Bürger das städtische Leben wieder zu aktivieren, den Stillstand zu beenden und verstärkt Anreize zu schaffen, trotz möglicher anhaltender Einschränkungen die Innenstadt zu besuchen. Dann steigen auch die Umsätze.