Isnyer Jahrmärkte
Jahrhunderte an Tradition neu belebt: Die Isnyer Jahrmärkte wurden seit dem Mittelalter zu Gedenktagen kirchlich verehrter Heiliger und wichtiger Zinstage abgehalten - denn dann kamen ohnehin viele Leute in der Stadt zusammen.
Seit der Einführung von Markt- und Stadtrechten, die Grundlage für das Abhalten von Wochen- und Jahrmärkten waren, finden die Isnyer Jahrmärkte an einem Donnerstag vor oder nach den Ehrentagen statt. Seit dem 14. Jahrhundert ist das der traditionelle Markttag in Isny.
Damals wie heute bieten die Jahrmärkte Krämereien von Kochlöffeln bis Küchenschürzen, von Besen bis Bürsten. Das abwechslungsreiche Angebot an den rund 30 Ständen, die sich in der Wassertorstraße versammeln, vereint daneben Stoffe und Kurzwaren, Kleidung und Textilien sowie Gewürze, Werkzeug und Haushaltsgeräte.
Nächste Termine:
- Jacobi Markt am 23. Juli 2026
- Michaeli Markt am 1. Oktober 2026
- Martini Markt am 12. November 2026
Marktmeister
Hans Hirsmüller +49 151 70550472
Ein Blick in die Geschichte
Der Georgi Markt
Der Georgi Markt hat seinen Namen vom Heiligen Georg, dessen Gedenktag der 23. April ist. Am bekanntesten ist wohl die Legende, die ihn als Drachentöter feiert. St. Georg ist außerdem Schutzheiliger der Bauern, der Feuerwehr, von Bergleuten und Feldarbeitern und neben dem Apostel Jakobus Namenspatron der Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters in Isny.
Vor 600 Jahren ähnelte der Georgi Markt einem Supermarkt unter freiem Himmel – heute ist der erste der vier Isnyer Jahrmärkte immer noch beliebt.
Der Jacobi Markt
Der Jakobitag zu Ehren des Apostels Jakobus ist jedes Jahr am 25. Juli. Der kirchliche Gedenktag war außerdem über viele Jahrhunderte das erste Erntefest des Jahres, denn Ende Juli wurde das frühe Getreide eingeholt und die Bauern mussten ihren Zins vom Korn abgeben.
Aus diesem Grund waren schon damals viele Menschen in der Stadt – und so wurde nach der Einführung des Marktrechtes in Isny der zweite Jahrmarkt abgehalten.
Der Michaeli Markt
Der Termin des dritten Isnyer Jahrmarktes schließt sich an den 29. September an, dem Gedenktag des heiligen Michael. Er gehört zu den drei Erzengeln und ist Schutzpatron der Kirche, der Soldaten und Polizisten, der Apotheker und Bäcker. Mit dem St. Michaelsfest zu seinen Ehren wurde viele Jahrhunderte lang auch die Herbst- und Erntezeit gefeiert – zum Dank für Samen und Früchte.
Der Martini Markt
Am 11. November jeden Jahres wurde auch in Isny über viele Jahrhunderte dem heiligen Martin gedacht. Das St. Martinsfest war in Zeiten des Lehenswesens außerdem das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahrs. An diesem Zinstag entrichteten die Isnyer Bauern den Zehnt, der häufig in Naturalien wie Gänsen oder Schweineschultern bezahlt wurde.
Da rund um dieses, sowohl kirchlich als auch weltlich, wichtige Datum immer viele Menschen in der Stadt waren, schloss sich schon im 12. Jahrhundert der vierte Isnyer Jahrmarkt an. Er bot den weitgereisten Händlern Gelegenheit ihre Waren anzubieten und die Bürger konnten kaufen, was für den Winter gebraucht wurde.