Fairtrade Stadt Isny im Allgäu

Isny darf sich Fairtrade-Stadt nennen. Eine Initiative aus der Bürgerschaft hat mit Unterstützung der Stadt die Zertifizierung vorbereitet und begleitet den Prozess auch weiterhin. Die Zertifizierung und Übergabe der Urkunde fand im Dezember 2020 statt.

„Die Stadt Isny unterstützt das Projekt „Fairtrade-Towns“ mit voller Überzeugung“, erklärt Frank Reubold, der von Seiten der Stadt Mitglied in der Steuerungsgruppe ist. Der damalige Stadtrat Otto Ziegler hatte schon 2017 angeregt, Isny zur Fairtrade Stadt zu machen. „Ich habe damals gesagt, die Idee ist sehr gut, aber das muss aus der Mitte der Bürgerschaft kommen, das sollten wir nicht als Verwaltung überstülpen“, sagt Bürgermeister Magenreuter bei der Urkundenübergabe. Und tatsächlich fand sich eine engagierte Gruppe von Isnyer*innen, darunter auch Geschäftsleute, mit Irene Schauer als Motor. Ihr Antrieb ist, „dass faire Produkte faire Preise für Produzenten bedeuten, dass sie ohne Kinderarbeit hergestellt werden und wir damit auch Fluchtursachen bekämpfen“.
Am 21. Januar 2020 stimmte der Gemeinderat einstimmig der Bewerbung zu. Am 25. August kam von Fair Trade Deutschland die gute Nachricht, dass die Bewerbung positiv beschieden wurde und Isny sich Fairtrade Stadt nennen darf. Die geplante Zertifizierungsfeier am 20. November musste leider wegen Corona abgesagt werden. Deshalb wurde nun im kleinsten Rahmen die Urkunde übergeben.
Aber was heißt Fairtrade Stadt eigentlich? Voraussetzung ist, dass in den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Richtwert ist hier die Einwohnerzahl der Kommune. In Isny müssen vier Einzelhändler und zwei Gastronomiebetriebe diese Vor-gaben erfüllen. Darüber hinaus müssen Produkte aus fairem Handel in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Verei-nen und Kirchen verwendet werden. Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel sollen umgesetzt werden, oft im Rahmen weiterer Kampagnen von TransFair, z. B. der Kampagne Fairtrade-Schools. In Isny ist die Teilnahme einer Schule, einer Kirchengemeinde und eines Vereins notwendig. Diese Forderungen sind erfüllt. Und in der Verwaltung wird bisher schon einiges an fair gehandelten Produkten verwendet, beispielsweise Kaffee bei der Bewirtung von Gäs-ten oder bei Geschenken. Irene Schauer würde sich freuen, wenn noch mehr Menschen in Isny sich dafür engagier-ten. „Eine breite Basis in der Bevölkerung aber auch im Handel wäre mein Wunsch.“ Der faire Gedanke soll sich natür-lich über die ersten „Pflichtvorgaben“ hinaus ausbreiten. „Wir würden uns freuen, wenn Bürger*innen und Gäste im Einzelhandel und der Gastronomie künftig noch mehr Gelegenheiten zum Einkauf oder Verzehr fair gehandelter Pro-dukte finden“, hofft denn auch Frank Reubold. „Denn mit dem Erwerb solcher Waren leisten Konsumenten einen immens wichtigen Beitrag, dass Produzenten ordentliche Rahmenbedingungen und eine angemessene Bezahlung bekommen.“
Info: Die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt: Irene Schauer, Alexander Schlichter, Otto Ziegler, Samuel Schönle, Corne-lie Schmid, Jochen Rimmele, Daniela Fischbeck, Dilara Schmähl, Walter Schmid und Frank Reubold.

BU: Irene Schauer nimmt die Urkunde von Bürgermeister Rainer Magenreuter und Frank Reubold entgegen. Foto: Stadt Isny/Rau