Baumschutzkonzept

Isny hat sehr viele Bäume auf dem Stadtgebiet - sowohl auf städtischem Grund als auch auf privatem. Diesen Baumbestand gilt es zu schützen und zu pflegen. Das Baumschutzkonzept soll dafür das Werkzeug liefern.

Mit einem Pool von unterschiedlichen Maßnahmen soll mit dem Baumschutzkonzept die Bevölkerung in Sachen Baumschutz sensibilisiert und Anreize geschaffen werden, sich mit dem Thema Bäume, Garten- und Freiflächengestaltung, Klimaschutz, Artenschwund etc. eingehender auseinanderzusetzen. Die Stadt will dabei den Bürgerinnen und Bürgern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Baumkataster

Isny hat ein Baumkataster. Darin wurden seit 2011 nach und nach alle Bäume registriert, die auf städtischem Grund stehen. Erfasst sind alle Bäume in Isny und den Ortschaften, sowie an einigen Stellen im Außenbereich, ausgenommen der Stadtwald. Für diesen ist der Forst zuständig.
Die städtischen Bäume wurden von Andreas Menner, zertifizierter Baumkontrolleur nach FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V.) in das Baumkataster eingepflegt. Seit 2018 sind alle Bäume erfasst.
- Ein Baumkataster ist ein „Verzeichnis über Bäume eines Besitzers“, eine Datenbank, mit Informationen zum Baumstandort, zum Alter und zu seinem Zustand.
- Die Erfassung erfolgte nach der Priorität der Verkehrssicherheit, zuerst wurden daher die Bäume auf Spielplätzen, bei Kindergärten und Schulen aufgenommen. Alle Neupflanzungen seit 2018 werden selbstverständlich sofort eingetragen.
- Aktuell umfasst der Bestand 3384 Bäume, davon 2584 Einzelbäume und ca. 800 Bäume in Flächenbeständen. Alle sind auf einer digitalen Karte eingetragen.
- Hauptbaumart ist die Birke (19 Prozent), gefolgt vom Ahorn (18 Prozent), dritthäufigste Art ist die Linde (10 Prozent).
- 69 Prozent der Bäume sind 0 bis 50 Jahre alt, 31 Prozent über 50 Jahre.

Baumkontrolle und Baumpflege

Die Bäume in der Stadt werden nach genau festgelegten Kriterien kontrolliert. Die Stadt Isny hat als Grundstückseigentümer Verkehrssicherungspflicht und die Verkehrssicherheit hat oberste Priorität in einer Stadt. Gemäß "FFL-Baumkontrollrichtlinie" sind Bäume ihrer Vitalität entsprechend durch Sichtkontrolle zu überprüfen. Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich, um Schäden und Schadsymptome zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten, um Personen- und Sachschäden zu verhindern. Und damit nicht zuletzt auch Haftungsansprüche abzuwenden.
Steht die Fällung eines Stadtbaumes mit Chancen auf Erhalt an, wird dies mit der Baumschutzkommission (siehe nachstehende Erklärung) beraten. Die Baumkommission begutachtet Bäume nochmals mit Blick darauf, ob der Erhalt durch entsprechende Baumpflege oder -rückschnitte möglich wäre. Sind aufgrund des zweifelhaften Zustands des Baumes eingehende Untersuchungen notwendig, kann das auf unterschiedliche Art geschehen, beispielsweise indem externe Fachleute für eine Bohrwiderstandsmessung mit dem Resistograph hinzugezogen werden.
Zu berücksichtigen ist, dass Schadmerkmale an Bäumen für Laien oft schlecht zu erkennen sind. Wenn Bäume im Stadtgebiet gefällt werden müssen, dann geschieht dies, weil die Bäume stark geschädigt sind. In der freien Landschaft könnten diese Bäume weiter ihre Daseinsberechtigung haben, in der Stadt aufgrund des Gefahrenpotentials nicht.
Von Seiten der Stadt wird alles Mögliche unternommen, den städtischen Baumbestand zu schützen und zu pflegen. Gemeinsam tragen Baumkataster, Pflegemaßnahmen und Baumkontrolle zu einem vitalen, stabilen Baumbestand in der Stadt bei.

Baumschutzkommission

Die Baumschutzkommission setzt sich zusammen aus Sachverständigen des Bauhofs, des Forstes, der Verwaltung und je einem Stadtrat aller Fraktionen. Die Kommission stellt somit ein Kontrollorgan in 2. Instanz dar.

Bauherrenberatung

Der Stadt Isny ist sehr daran gelegen, den Baumbestand in der Stadt zu schützen. Seit Jahren erhalten deshalb Bauherren von der Stadtverwaltung zusammen mit der Baugenehmigung ein Merkblatt für den Baumschutz auf Baustellen. Im Rahmen des vom Gemeinderat beschlossenen Baumschutzkonzepts wurde diese Beratung ausgeweitet. Nun können sich Bauherren vor einer geplanten Baumaßnahme kostenlos von externen Fachleuten beraten lassen. Dabei geht es ausschließlich um Privatbäume auf dem eigenen Grundstück.
Hauptziel ist, das Bauvorhaben auf den bestehenden Baumbestand abzustimmen. Das bedeutet, die Bebauung so zu planen, dass Bäume erhalten bleiben. Zweites Anliegen ist, die bestehenden Bäume so zu schützen, dass sie durch die Bauarbeiten weder beschädigt noch anderweitig beeinträchtigt werden.
Die Verwaltung hat zwei externe Firmen an der Hand, die die Beratung jeweils vor Ort leisten. Die Informationen hierzu erhalten die Bauherren im Rahmen Ihrer Bauvoranfrage oder spätestens Baugenehmigung. Es wird dringend empfohlen, zur Beratung die jeweiligen Architekten hinzu zu ziehen. Denn nur so kann die Planung zu einem frühen Zeitpunkt auf den Baumbestand abgestimmt werden und beim Bau können Baumschutzmaßnahmen von den Baufirmen besser eingehalten werden.
Anhand der Gehölzliste des Landkreises werden die Gehölze bei notwendigen Neuanpflanzungen ausgesucht.

Ihre Ansprechpartnerin

Alexandra Haug
Sachgebietsleiterin Natur und Landschaftspflege
+49 7562 984160
alexandra.haug@isny.de