Ein leidenschaftlicher Bahnbeamter geht in Ruhestand


am 06.03.2019

Franz Hiemer, für viele Isnyer das Gesicht der Mobilitätszentrale Isny, ist in einer kleinen Feierstunde sehr emotional in den Ruhestand verabschiedet worden.

Die schlechte Nachricht für Bahnkunden in Isny: Franz Hiemer ist seit 1. März in Altersteilzeit und verkauft keine Fahrkarten mehr. Die gute Nachricht: Er kümmert sich weiterhin um die RegioBus-Fahrpläne und mit Nadine Lina Link gibt es eine kompetente Nachfolgerin, die genauso leidenschaftlich wie er Bahnkunden berät.
„Herr Hiemer ist Mister Isny“, sagte Heike Krauza, Verkaufsbezirksleitung Ulm der DB Vertrieb GmbH bei der Verab-schiedung. Sie und Teamleiterin Andrea Niedermaier ließen keinen Zweifel daran, dass Franz Hiemer auch in Bahnkreisen als außergewöhnliche Persönlichkeit gilt.
Franz Hiemer, der in der Ellmeney aufgewachsen ist, hätte im gehobenen Dienst Karriere machen können, aber er wollte von Isny nicht mehr weg. Dabei hatte er hier auch harte Kost zu verdauen, denn er musste „den Bahnhof abwickeln“. Er hat persönlich den letzten Zug 1986 nach Kempten fahren lassen. Dass er sich mit Kollegen für die Bahnlinie sehr eingesetzt hat, half damals nichts. Beim RegioBus und beim Erhalt der Mobilitätszentrale in Isny war sein Einsatz dagegen von Erfolg gekrönt. „Er hat nie locker gelassen“, lobte Heike Krauza. Seine „Unnachgiebigkeit“ scheint legendär. Dieser ist auch zu verdanken, dass Isny den Status eines „busbedienten Schienentarifpunkts“ hat, dass der Bahnkunde also beispielsweise in Castrop-Rauxel am Automaten ein Ticket bis Neutrauchburg oder in die Lindauer Straße buchen kann.

Stundentakt im Busverkehr

Ordnungsamtsleiter Klaus Hägele, bei der Stadt Isny für den ÖPNV zuständig, sagte, Hiemer habe auch bei RegioBus und bodo „einen Stein im Brett – die hören auf ihn“. Ihm sei beispielsweise im Busverkehr der Stundentakt nach Ravensburg und Leutkirch zu verdanken. Franz Hiemer betonte seinerseits, dass dies alles ohne die Unterstützung der Stadt nicht möglich gewesen wäre, die sich die Mobilitätszentrale jährlich circa 28.000 Euro kosten lässt und jede Buslinie bezuschusst. „Wir sind froh, dass uns Herr Hiemer im Rahmen eines Minijobs weiterhin bei der Fahrplanerstellung unterstützt“, so Hägele.
„Es ist selten, dass einer seine Arbeit mit so viel Leidenschaft macht“, lobte Heike Krauza. Für seine zweite Leidenschaft, die Landwirtschaft, hat Franz Hiemer nun mehr Zeit.