Isny hat wieder Gold – Verleihung des eea in Tübingen


am 27.02.2019

Zum zweiten Mal hat Isny im Allgäu den Goldstatus beim European Energy Award (eea) bekommen. Bürgermeister Rainer Magenreuter bekam die Auszeichnung in Tübingen aus der Hand von Umweltminister Franz Untersteller.

Verschärfte Kriterien und dennoch mehr Punkte – Isny hat den Goldstatus beim eea erfolgreich verteidigt. Mit Bauamtsleiter Claus Fehr, Hellen Maus (Energieteam, Energiemanagement der Stadt) und Andrea Pezold (Energieteam der Stadt Isny) und Klaus Schwarz von der Bioenergie Isny GmbH fuhr Bürgermeister Magenreuter nach Tübingen, um den Preis entgegenzunehmen. Dem Klimaschutzgedanken folgend, hatte das Isnyer Energieteam einen Bus organisiert, um mit den Teilnehmern von fünf weiteren eea-Kommunen, unter anderem aus Leutkirch, das ebenfalls wieder Gold erreicht hat, gemeinsam zu fahren.
„Isny hat sich schon früh auf den Weg gemacht zu mehr Klimaschutz“, betonte Bürgermeister Rainer Magenreuter. „Wir können uns dabei auf eine breite Basis auch aus der Bürgerschaft verlassen“, sagte er und dankte allen Beteiligten, die zum erneuten Erreichen des Goldstatus beigetragen haben.

Sieben Gold-Kommunen

Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, zeichnete vier Landkreise, 17 Städte und 16 Gemeinde aus Baden-Württemberg aus. Sieben davon, wie Isny, mit Gold. In Baden-Württemberg nehmen aktuell insgesamt 102 Städte und Gemeinden sowie 20 Landkreise am European Energy Award teil, so viele Teilnehmer wie in keinem anderen Bundesland. „Das unterstreicht die führende Rolle, die Baden-Württemberg beim Klimaschutz in Deutschland einnimmt“, betonte der Umweltminister.
„Mit dem Preis würdigen wir das große Engagement der Kommunen, die ihre lokale Energie- und Klimaschutzpolitik mit ganz konkreten Maßnahmen beharrlich und erfolgreich voranbringen“, sagte Untersteller. Die Rekordzahl von 37 Gewinnern sende ein starkes Signal für den Klimaschutz im Land aus.
Dass es dieses Signal braucht, machte der Vortrag von Klimaforscher Professor Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung klar. Der Klimawandel sei zweifelsfrei menschengemacht, die Klimakrise real und die Folgen spürbar, betonte er. Dürren mit Ernteausfällen („für den Mittelmeerraum sieht es nicht gut aus“), Waldbrände, Anstieg der Rekordniederschläge, Anstieg der Meeresspiegel und damit verbundene politische Instabilitäten – Professor Rahmstorf hatte keine guten Nachrichten in Tübingen dabei. Er forderte ein Ende der Subventionen für fossile Energien, für die 500 bis 600 Milliarden Euro weltweit pro Jahr ausgegeben werden. Es dürfe deshalb auch keine Verzögerungen beim Kohleausstieg geben und im Emissionshandel verlangt er einen höheren Preis für CO. Deutschland stehe weltweit an vierter Stelle der klimaschädlichen Emissionen, es habe ein ungenügendes Klimaziel und selbst das werde wohl verfehlt. „Wenn wir es nicht tun, wer dann“, spricht er die Vorbildfunktion an. „Wir koppeln Handeln von Kenntnis ab“, meinte dazu Dr. Volker Kienzlen, Geschäftsführer der KEA Klimaschutz und Energieagentur Baden-Württemberg, der die Ehrungen durchführte. Die mit dem eea ausgezeichneten Städte, Landkreise und Gemeinden sind ein gutes und wichtiges Gegenbeispiel, indem sie in ihrem Rahmen das Handeln der Kenntnis anpassen. Das wurde bei der Vorstellung der Aktivitäten deutlich.

Infos: Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die das Mitwirken aller in den unterschiedlichsten Bereichen erfordert. Schon seit 2006 macht sich die Stadt Isny im Allgäu auf den Weg zur Freien Energiestadt Isny.