Isnys Partnerschaft mit Sotkamo: finnische Winterreise geplant


am 05.09.2019 von Barbara Rau

Seit 1997 ist Isny im Allgäu mit Sotkamo in der finnischen Provinz Oulu in einer offiziellen Partnerschaft verbunden. Für Januar 2020 ist wieder eine Reise geplant. Am 12. September, 19 Uhr gibt es im Rathaus dazu eine Infoveranstaltung.

2.140 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Isny (14.000 Einwohner) und Sotkamo (10.500 Einwohner). Die beiden Städte verbindet, dass sie beide stark touristisch geprägt sind und der Wintersport einen hohen Stellenwert hat. Wasser und Hügel verbinden sie auch, nur dass in Sotkamo die Seen deutlich größer, die Hügel dafür niedriger sind. Die Fläche ist jedoch umso größer: Sotkamo hat gut 300 Quadratkilometer, Isny nur 85. Wirtschaftlich unterscheidet der Bergbau (Nickel) Sotkamo von Isny. Entstanden ist die Verbindung einst durch die Partnerschaft des Landes Baden-Württemberg mit der Provinz Oulu. Wirtschaftsförderung und Bildungsaustausch standen im Vordergrund. Bildungs-austausch war auch ein Motor zwischen Isny und Sotkamo, die nta hat daran mitgewirkt. Und junge Wintersportler aus Finnland trainierten an den Isnyer Schanzen. Leider wurde es nach 2012 sehr ruhig um die Partnerschaft. In Isny war ein Grund dafür die riesige Entfernung, die Besuche aufwändiger und teurer macht als in andere europäische Partnerstädte.
Der Wunsch nach einer Wiederbelebung der Partnerschaft war hier jedoch immer vorhanden. Seit vielen Jahren genießen die Isnyer auf dem Weihnachtsmarkt finnischen Lachs, stilecht im Lappenzelt am offenen Feuer geräuchert. Petri Heikinnen liefert zuverlässig alljährlich diese Spezialität und hat so dazu beigetragen, dass die finnische Partnerstadt nicht in Vergessenheit geraten ist. Dank seiner Verbindungen zu einem Reiseveranstalter aus Weimar ist im Januar 2020 eine Reise nach Sotkamo wieder möglich. Aus dem Isnyer Rathaus wurde parallel seit vorigem Herbst wieder intensiv der Kontakt nach Sotkamo gesucht. Mittlerweile hat Bürgermeister Mika Kilpeläinen bestätigt, dass seine Stadt an einer Fortsetzung der Partnerstadt interessiert ist und dass er sich eine Zusammenarbeit insbesondere bei den Themen Bildung und Tourismus vorstellen kann. Es scheint, als wäre die gedankliche Entfernung zwischen Sotkamo und Isny wieder ein wenig geringer geworden.

Direktflug nach Kajaani

2.847 Autokilometer sind es nach Sotkamo, der Routenplaner spricht von 32 Stunden Fahrt. Ein Wohnmobilist mit viel Zeit mag das vielleicht auf sich nehmen – für eine Partnerschaftsbegegnung ist es indiskutabel. Also bleibt nur das Flugzeug, auch wenn das nicht so recht zu den Klimaschutzbestrebungen der Isnyer passen mag. „Wir haben deshalb den Reiseveranstalter gebeten, einen Klimaausgleich über „atmosfair“ mit anzubieten“, erklärt Bürgermeister Rainer Magenreuter, dem an einer Fortsetzung der Verbindung nach Finnland sehr gelegen ist. Vom 23. bis 28. Januar ist die Reise geplant und da dürfen gern auch Isnyer mitfliegen, die bisher nichts mit der Partnerschaft zu tun hatten. Dass die geplante Reise einen Direktflug von Friedrichshafen nach Kajaani beinhaltet und kein Umsteigen in Helsinki notwendig ist, macht sie attraktiv. Das vorgesehene Programm mit Schneeschuhwandern, Langlaufausflug, Schlitten-hundefahrt und Motorschlittenausfahrt verspricht tolle Wintererlebnisse für alle Beteiligten. Für die im Partnerschaftsausschuss Engagierten ist im Rathaus von Sotkamo ein offizieller Empfang geplant. Wer den nordischen Winter fürchtet, dem sei gesagt, dass die Sonne Ende Januar auch in Mittelfinnland schon einige Stunden scheint.
Der Reiseveranstalter vianova hat die drei Isnyer Reisebüros ins Boot geholt, dort kann die Reise gebucht werden. Reiseinformationen gibt es für alle Interessierten bei einem Infoabend am 12. September, 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses.