Zahlen verraten viel über eine Kommune – statistische Daten für Isny abrufbar


am 19.08.2020 von Barbara Rau

Die Broschüre „Statistik Kommunal 2020“ mit allen statistischen Daten von Isny im Allgäu, ist erschienen und kann auf der Homepage der Stadt unter der Rubrik Wirtschaft eingesehen werden. Für Privatleute und Gewerbetreibende ist sie gleichermaßen interessant.

Mit der neunten Auflage startet das Statistische Landesamt Baden-Württemberg für „Statistik Kommunal“ einen neuen Rhythmus. Nach der Erstausgabe im Jahr 2004 und der bisherigen zweijährlichen Erscheinungsweise wird die Broschüre nun jährlich angeboten. Damit übernimmt sie noch gezielter als bisher die Funktion des statistischen Jahrbuches für die 1.101 Gemeinden Baden-Württembergs.
Die Broschüre verrät einiges über das Land Baden-Württemberg. Diese Einordnungen werden den Isnyer Zahlen jeweils vorausgestellt und lassen interessante Vergleiche zu. Daten, Fakten und Zahlen der Stadt Isny sind einerseits spannend, andrerseits auch nutzbringend für geschäftliche und berufliche Zwecke. Gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich an vielen Daten, nicht nur bei den Wahlergebnissen, ablesen. Wer sich intensiver mit der Statistik beschäftigt, dem verrät sie oft unerwartete Einsichten in die eigene Stadt.
Neben den üblichen Zahlen wie Flächengrößen, Arbeitnehmer oder Schülerzahlen ergibt eine Vielzahl von weiteren Daten, die teils in Grafiken veranschaulicht werden, ein gutes Bild der Stadt. Die Daten zur Bevölkerungsstruktur verraten beispielsweise ein interessantes Detail: Der Anteil von weiblichen und männlichen Einwohnern ist ausgeglichen. Bis 2014 waren die Frauen stets leicht, in manchen Jahren sogar deutlich in der Überzahl. Der Zuwachs in der Bevölkerung basiert, ähnlich wie in ganz Baden-Württemberg, auf Zuzügen, die Zahl der Sterbefälle und Geburten ist 2018 ausgeglichen.
Mit 7.190 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hat Isny den Höchststand seit 2003 erreicht. Betrug der Frauenanteil damals noch 50 Prozent, so liegt er 2019 erstaunlicherweise nur noch bei 47 Prozent.

Entwicklungen bilden sich ab

Das Thema Bauen bietet ebenfalls umfangreiche statistische Zahlen. Daran lässt sich ablesen, wie sich die Wohn-Situation in der Stadt entwickelt hat und es bildet kommunale Entscheidungen ab. Beispielsweise wurden 2016 43 Baugenehmigungen für Wohngebäude und damit 143 Wohnungen erteilt, so viel wie sonst in keinem Jahr seit 2011. Da spielte wohl die Hofstatt mit ihrer neuen Bebauung eine Rolle. Die zweithöchste Zahl wurde 2019 mit Baugenehmigungen für 32 Wohngebäude erreicht. Die Zahl der Wohngebäude ist seit 1968 kontinuierlich gestiegen und die Gesamtzahl der Wohnungen von 2.981 auf 6.846. Auffällig ist aber der Anstieg der Gebäude mit einer Wohnung, also Einfamilienhäuser um knapp 1.000. Der Anstieg bei Wohngebäuden mit drei und mehr Wohnungen beträgt demgegenüber nur etwa 250. Die Wohnfläche pro Einwohner hat sich – wie im gesamten Bundesland – von 22 Quadratmetern auf 46 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Das dürfte eine Erklärung für Wohnungsnot liefern.
Ein Blick auf die Trinkwasserpreise sollte den Isnyern ein Lob für ihre Stadt abringen: da liegt Isny weit unter dem Landesdurchschnitt. Und noch eine positive Erkenntnis: Die Stickoxidemissionen des Straßenverkehrs sind seit 1995 stark gesunken. Am deutlichsten ab 2010. Das dürfte an der B12-Umgehung liegen.
Statistiken können eine Kommune natürlich nicht vollständig abbilden, aber sie können sachliche Grundlage für Diskussionen und Entscheidungen bieten.

Info: Die Broschüre findet sich unter www.isny.de/rathaus-wirtschaft/wirtschaftsstandort/infrastruktur. Weitere kommunale Daten sind über das Internetangebot www.statistik-bw.de des Statistischen Landesamtes abrufbar.