Wir machen den Garten winterfit: Einfach mal nichts tun.


am 29.09.2022 von Barbara Rau

Warum den ganzen Herbst abgeworfene Blätter rechen, sammeln und in den Biomüll entsorgen, wenn man sich die Arbeit sparen könnte? Das schreibt der LEV in seiner Pressemitteilung. Am besten lässt man diesen natürlichen Winterschutz nämlich liegen,...

...denn ein Laubhaufen in der Gartenecke zieht für Flora und Fauna gleich mehrere Vorteile mit sich. Empfindliche Bäume und Sträucher, vor allem flachwurzelnde Pflanzen wie z.B. Johannisbeeren oder Magnolien, können den Frost-Schutz durch Laub oder auch Reisig in der kalten Jahreszeit gut gebrauchen. (Bei Kübelpflanzen sollte nicht nur die Pflanze selbst sondern auch der Topf eingepackt werden!) Auch Igel, verschiedenste Insekten und andere Tiere verkriechen sich, wenn es kalt wird gerne unter einer warmen Decke. Sie genießen den gemütlich isolierten Unterschlupf sogar oft bis ins Frühjahr hinein, wenn das Laub durch zahlreiche Lebewesen zu wertvollstem Humus zersetzt wird. Dieser kann dann im Folgejahr wieder als Pflanzennahrung dienen wodurch die Nährstoffe im Garten bleiben. So nutzen Sie Laub um den Garten winterfit zu machen:
• Ein Winterquartier für Igel und andere Tiere aufschichten
• Welkes Laub und andere Gartenabfälle kompostieren – diese werden zu wertvollem Humus zersetzt
• Laub als Schutz für kälteempfindliche (Kübel-)Pflanzen verwenden

Im Herbst nur sparsam schneiden

Auch am Schneiden von verblühten Sträuchern, Stauden und Pflanzenstängeln sollte man im Herbst besser sparen, um dem Überleben von Vögeln, Insekten und auch Spinnentieren zu verhelfen. Samen, Beeren und Fruchtstände sind bei Vögeln in Feld und Garten während der kalten Jahreszeit besonders beliebt. Hohle Stängel oder auch Blattachsen bieten ideale Schutzräume für den Winter. Auch Schmetterlinge sind, wie viele andere Tiere, auf die Unordnung im Garten angewiesen. Oft verbergen sich Eier, Raupen und überwinternde Puppen im Dickicht und im hohem Gras. In vielen Gärten wird eine ganze Generation von Insekten samt Gestrüpp in den Biomüll entsorgt. Am besten sollten Staudenbeete also solange unberührt gelassen werden, bis dauerhaft frühlingshafte Temperaturen herrschen und Überwinterer hervorkommen. Denn ja, sie sehen gegen Ende der kalten Jahreszeit nicht gerade schön aus, aber Tiere und Pflanzen erfreuen sich auch an dem, was das menschliche Auge stört. Alternativ könnte der Garten teilweise aufgeräumt und Gestrüpp und totes Holz nur an einer unauffälligen Stelle belassen werden. So bietet Ihr Garten auch in den trüben Monaten einen wertvollen Lebensraum für viele Arten!
Über die große Blühkampagne im Rahmen der Biodiversitätsstrategie Landkreis Ravensburg werden jährlich Saatgutmischungen zur Verfügung gestellt, um ihren Garten auch im neuen Jahr wieder zum Blühen zu bringen.
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