Wie geht es mit dem Kurhaus weiter?


am 13.07.2022 von Barbara Rau

Das Kurhaus am Park ist ein Sorgenkind der Stadt Isny und muss saniert werden. Mit einem Gemeinderatsbeschluss am 30. Mai zur Einleitung eines Ausschreibungsverfahrens für die Architektenleistungen, wurde ein großer Schritt auf dem Weg zu Neukonzeption und baulicher Sanierung gemacht.

Das Kurhaus wurde in den 1980er-Jahren gebaut und ist seither aus dem Veranstaltungsgeschehen der Stadt nicht wegzudenken. Inzwischen weist das architektonisch markante Gebäude aber gravierende Mängel auf: Die Haustech-nik ist veraltet und störanfällig; der Brandschutz der Gebäude und technischen Anlagen weist Mängel auf; die In-standhaltungskosten sind unverhältnismäßig hoch; das Kurhaus erfüllt weder bei der Barrierefreiheit noch energetisch heutige Anforderungen und wegen der funktionalen Mängel ist der Betrieb nicht annähernd wirtschaftlich mög-lich. Auch entsprechen die Raumstrukturen nicht mehr den Anforderungen zeitgemäßer Nutzungskonzepte. Hinzu kommt, dass nach dem Umzug der Isny Marketing GmbH ins Hallgebäude und dem provisorischen Einzug der Mobilitätszentrale in deren Räume, dieser Bereich an die geänderte Nutzung angepasst werden muss. Insgesamt wirkt das Kurhaus veraltet und ist nicht sehr einladend.

Nachhaltiges Modernisierungskonzept

Jürgen Meier, bis 30. Juni Geschäftsführer der Isny Marketing GmbH, hat ein Nutzungskonzept ausgearbeitet, welches das Kurhaus fit für die heutige Zeit machen und dabei zu Isny passen soll. „Es galt, ein nachhaltiges und marktfähiges Modernisierungskonzept zu finden. Es soll hier funktionieren, aber nichts hinzuerfunden werden“, sagt Meier dazu. Überdies brauche es ein neues Geschäftsmodell. Denn es solle nicht nur das Gebäude ertüchtigt werden, sondern den Menschen in Isny, die etwas veranstalten wollen, Raum bieten. Allerdings werde es weiterhin ein defizitäres Haus sein, macht er klar. „Aber das muss man anders denken: Jede Veranstaltung bedeutet Einkaufen, Einkehren, Übernachten – also Steuereinnahmen.“
Das Nutzungskonzept muss die Sanierungsplanungen bestimmen, denn nur so kann das Gebäude dann wirklich sinn-voll genutzt werden, das betont auch Architekt Georg Schmitz von GMS Architekten in Isny der dem Gemeinderat eine Vorplanung vorgestellt hat.
Wesentliche Punkte: Eingriffe in die Tragstruktur sind nur in geringem Maße möglich, die Neuordnung der Leichtbau-wände/Trockenbauwände zur Optimierung des Raumkonzeptes und der Nutzbarkeit, ist jedoch mit geringem Aufwand möglich; die Geschossebenen sollen getrennt werden, um eine maximale Flexibilität und eine optimale Ausschöpfung des Gesamtpotentials des Bestandgebäudes zu erreichen. Das bedeutet, es könnten mehrere Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden. Konkret würde das Untergeschoss, das bisher viel ungenutzten Raum vorhält, zum Veranstaltungs-raum. Ein öffentliches, barrierefreies, von außen zugängliches WC wurde zusätzlich eingeplant.
Das schon länger stillgelegte Galeriegeschoss wäre durch die Schaffung eines baulichen Rettungswegs wieder für kleinere Veranstaltungen nutzbar. Das Restaurant würde zur unabhängigen Einheit, für die Bewirtung des Saales ist eine separate Cateringküche geplant. Für die Barrierefreiheit ist ein Aufzug unabdingbar.
Auffällige Änderung im Außenbereich wäre eine vergrößerte Holzterrasse vor dem Restaurant. Unter dieser Terrasse könnten die Technikräume eingerichtet werden, für die der Keller nicht ausreichend ist.
Erfreulicherweise ist die Pfosten-Riegelfassade in sehr gutem Zustand und wegen des guten Zustands der Fensterrahmen müssten lediglich die Scheiben durch eine neue Dreifachverglasung mit besserer Wärmedämmung ausgetauscht werden.
Bürgermeister Rainer Magenreuter erklärt, ein VGV-Verfahren bei der Ausschreibung der Architektenleistungen sei wegen der zu erwartenden Kosten zwingend. Um eine Basis für die Ausschreibung der weiteren Architektenleistungen und eine erste Kostenrechnung zu bekommen, wurde das Büro GMS mit der Vorentwurfsplanung beauftragt.
Stefan Glauninger, der im Hochbauamt für die Sanierung des Kurhauses zuständig ist, erklärte bei der Sitzung, man befinde sich erst im Stadium der Vorentwurfsplanung mit ungefährer Kostenschätzung. Dabei ergab sich ein Kostenrahmen von etwa 7 Mio. Euro. Die nächste Stufe wäre die Entwurfsplanung mit Kostenberechnung.