Viele Höhepunkte im Jahr 2020


am 01.01.2020 von Barbara Rau

2019 war ein Jahr mit vielen Herausforderungen. Ob 2020 etwas ruhiger wird? Bürgermeister Rainer Magenreuter rechnet nicht damit. Spannend wird es aber sicherlich und auf manches freut er sich. Ein kurzer Blick auf 2019 zeigt, es hat sich viel getan:

Beim Schulneubau wird in der Tiefe gebaut. Die Hofstatt ist teilweise gepflastert. Beim Baugebiet Mittelösch ist die Erschließung im Gange. Die Familienlifte Felderhalde können diesen Winter richtig loslegen (hoffentlich schneit es bald). Das Hallgebäude, das derzeit umgebaut wird, hat Fenster und Dach, so kann auch über den Winter gearbeitet werden. Das neue Gebäude für den Ortsbaubetriebshof in Beuren ist fertig. Die neue Homepage ging online.

Herr Magenreuter, was hat die Verwaltung 2019 besonders gefordert, was hat Sie am meisten gefreut?
Rainer Magenreuter: Über Monate besonders gefordert und beschäftigt hat uns die Kommunal- und Europawahl. Über die große Kandidatenauswahl bei der Kommunalwahl im Mai habe ich mich sehr gefreut. Das zeigt, dass in Isny ein Interesse an Kommunalpolitik besteht. Ich finde es gut, dass der Gemeinderat bunter geworden ist, auch wenn das die Sitzungen vermutlich nicht verkürzen wird. Ob das, wie erhofft, mit den wiedereingeführten Ausschüssen gelingt, muss sich noch zeigen. Richtig erleichtert bin ich und mit mir alle Beteiligten, dass wir das Projekt „Schloss Isny 2020“ trotz vier verschiedener Kooperationspartner und damit auch unterschiedlicher Interessen, erfolgreich zum planerischen Abschluss führen konnten und vor allem, dass der Gemeinderat zu 100 Prozent dahintersteht. Eines von vielen sehr schönen Erlebnissen in diesem Jahr war es für mich, beim 100-Männer-Chor bei der Jubiläumsfeier des Männerchors Beuren mitsingen zu dürfen.

Wir hoffen ja gern mal, das neue Jahr werde etwas „gemütlicher“ als das gerade abgelaufene. Ist diese Hoffnung für die Stadt Isny realistisch?
Mit Gemütlichkeit rechne ich nicht. Das lässt allein schon das Alltagsgeschäft nicht zu. Wir haben aber auch einige Großprojekte weiterzuführen oder fertig zu stellen. 2020 wird es mit dem Schulneubau richtig voran gehen. Wenn alles wie geplant klappt, steht der Rohbau im Herbst. In der Hofstatt erfolgt die Bachfreilegung und die gesamte Außenanlage. Im Mittelösch wird die Erschließung fertig gestellt und es werden die ersten Mehrfamilienhäuser entstehen. Klimaschutz und die Erneuerbaren Energien sind ein weiteres Feld, auf dem wir vorangehen und in intensivem Dialog mit der Initiative Klimaschutz in Isny stehen.

Was wird Isny 2020 am meisten beschäftigen
Sicherlich werden uns die großen Baustellen und der Wohnungsmangel weiterhin sehr fordern. Mit dem Eigenbetrieb Wohnungsbau, der zum 1. Januar 2020 startet, haben wir ein Instrument, um die Entstehung bezahlbaren Wohnraums von städtischer Seite umzusetzen. Mit dem Landkreis sind wir in Verhandlungen wegen des ehemaligen Krankenhauses. Dort sollen nach unseren Vorstellungen ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxen und ergänzenden Angeboten entstehen. Ob das realistisch ist, wird gerade intensiv überprüft. Im Frühjahr sollen die Ergebnisse vorliegen, so dass wir dann entscheiden können. Auch die Umsetzung des Konzepts für Kunst und Kultur im Schloss mit allen vier Partnern wird einige Arbeit in Anspruch nehmen.

Gibt es etwas, worauf Sie sich besonders freuen?
Wenn ich alles aufzählen würde, würde der Platz im Amtsblatt nicht reichen. Dass unsere Stadtbücherei in einem umgebauten Hallgebäude größer und schöner eröffnen kann, und dass die Eröffnungsfeier während der Baden-Württembergischen Literaturtage erfolgt, ist auf jeden Fall etwas, was mich freut. Dass wir diese bedeutenden Literaturtage gemeinsam mit Leutkirch und Wangen durchführen, finde ich bemerkenswert und was könnte passender sein, als dabei unseren neuen „Lesetempel“ am Marktplatz einzuweihen. Und ich freue mich auch sehr auf die Eröffnung des Museums im Schloss. So wird dieses prägende Gebäude in unserer Stadt eine runde Sache, eine kulturelle Mitte der Stadt.
Ein ganz anderes Thema ist der Felderhaldelift. Ich freue mich, wenn diesen Winter ganz viele Isnyer Kinder an diesem Skihang unterwegs sind und dort an der frischen Luft Spaß haben.
Ein Höhepunkt in Isny dürfte auf jeden Fall das Jubiläum „400 Jahre Kinderfest Isny“ sein. 400 Jahre sind eine stolze Zahl und das werden wir gebührend feiern.

Gibt es auch etwas, was Ihnen Sorgen bereitet?
Sorgen macht mir ganz allgemein ein sehr hohes Anspruchsdenken in der Bevölkerung, verbunden mit zunehmender Respektlosigkeit und Hasskommentaren in den sozialen Medien. Das geht von persönlichen Beziehungen bis zu den Ländern Europas oder der Weltgemeinschaft. Für mich gilt immer die Weisheit, dass wir gemeinsam viel mehr erreichen können, als jede, jeder (oder jedes Land) für sich allein. Gerade beim Klimawandel, der mir ebenfalls große Sorgen macht, sehen wir, dass wir dagegen nur erfolgreich agieren können, wenn alle Staaten der Erde sich gemeinsam auf den Weg machen. Viele Leute sagen, wenn andere Länder nichts tun, bringt es nichts, wenn nur Deutschland was macht, weil von uns nur zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses kommen. Ich meine aber, um andere Länder zu überzeugen, braucht es Vorreiter und das können und müssen wir sein.

Was soll 2020 unbedingt wieder gemacht werden?
Beispielsweise die Bustouren durch unsere Stadt mit mir als Bürgermeister für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Diese sind richtig gut angenommen worden und ich konnte über viele Fakten und Vorgänge informieren und ins Gespräch kommen. Was ebenfalls 2020 weiter gepflegt werden sollte, ist unsere Gesprächskultur. Dass wir mit-einander reden, dass wir unterschiedliche Meinungen respektieren und gemeinsam zu Lösungen und Kompromissen kommen, das erhoffe ich mir nicht nur für die Arbeit im und mit dem Gemeinderat. Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen, aber auch zu akzeptieren, wenn der demokratisch gewählte Gemeinderat einen Beschluss anders fällt, als es von manchen, manchmal auch von mir, erwünscht war.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf 2020?
Ich freue mich auf jeden Fall sehr aufs neue Jahr 2020, auch wenn es für mich, für den Gemeinderat, die Stadtverwaltung und für viele Weitere wieder sehr viel Arbeit bringen wird. Vielleicht werde ich deshalb auch mal an einer tollen Veranstaltung in Isny nicht selbst teilnehmen und mir zwischendurch gelegentlich eine kleine Auszeit gönnen. Mir macht meine Aufgabe als Bürgermeister sehr großen Spaß und ich möchte diese gesund, munter und mit viel Freude weitere Jahre ausführen. Und wie schon zu Beginn gesagt, es warten einige tolle Highlights auf uns im Jahr 2020. Wie eben das Jubiläums-Kinderfest, bei dem wir uns sicher alle auf unserem Festplatz am Rain treffen werden .