Serie zum Feuerwehrjubiläum 2021: Manche mögen hoch hinauf


am 19.07.2020 von Barbara Rau

Feuerwehrleute müssen sich aufeinander verlassen können. Das gilt erst recht für die Höhenretter. Die Feuerwehren Weingarten und Isny decken den Höhenrettungsdienst für den ganzen Landkreis Ravensburg ab.

Die Faszination und Begeisterung ist den Mitgliedern der Höhenrettungsgruppe deutlich anzumerken. „Wenn „Höhenrettung“ auf dem Melder steht, das ist schon was Besonderes“, sagt Benjamin Keller, da gehe der Puls ein wenig schneller. Grundsätzlich aber bringt ein Höhenrettungseinsatz die Mitglieder der Isnyer Gruppe nicht aus der Ruhe. „Natürlich steigt das Adrenalin, aber wir üben sehr viel, das das ergibt Sicherheit für den Ernstfall“, erklärt Stephan Terstegge. Im Übrigen wurden die Bewerber schon bei ihrer dreimonatigen Ausbildung auf Höhentauglichkeit, Respekt vor der Sache und allgemeine Eignung geprüft. Dort haben sie schon gelernt, wie unersetzlich es ist, den Kameraden vertrauen zu können. Unter den Höhenrettern sind Kletterer, Zimmerleute – eben Menschen, die grundsätzlich kein Problem mit Höhe haben.
„Für mich war es das Größte, dass es das bei der Feuerwehr gibt“, bekennt Keller. Er war vom Grundlehrgang bei der Feuerwehr an von den Höhenrettern fasziniert und einer der Jüngsten in der vor etwa zehn Jahren neu gegründeten Gruppe.
Die Höhenretter sind im Einsatz, wenn die Drehleiter nicht hinreicht und die feuerwehrtechnische Ausrüstung an ihre Grenzen kommt. Geübt wird sehr häufig und zusätzlich zu den normalen Feuerwehrproben. Weil es kleine Proben sind, seien sie auch effektiver. „Da ist keine Übung wie die andere“, berichtet Terstegge, „und man muss auch Spaß an der Materie haben“. Übungsobjekte sind häufig Kräne auf Baustellen aber es darf auch mal ein Windrad sein.
Anfangs war es im Landkreis nicht so bekannt, dass es die Höhenretter gibt. Kommandant Markus Güttinger habe aber in der Kommandanten-Dienstversammlung kräftig Werbung gemacht. Nun werden die Höhenretter öfter bei Einsätzen zusätzlich dazu alarmiert. Da sich die anfangs sehr kleine Gruppe im Laufe der Zeit vergrößert hat, ist die Schlagkraft tagsüber besser geworden. Mit den Weingartener Kollegen versteht man sich sehr gut, auch das Verhältnis zur Bergwacht Isny ist hervorragend. „Wir arbeiten Hand in Hand, haben das gleiche Niveau und ergänzen uns.“
Den ersten Einsatz werden die Isnyer Höhenretter nie vergessen, denn der war sehr spektakulär. Ein LKW hing an der Argenbrücke der A96 bei Wangen über dem Abgrund. Aber auch das haben sie souverän gemeistert.