Serie zum Feuerwehrjubiläum 2021: Lena hört den Piepser meist als Erste


am 09.08.2020 von Barbara Rau

Wenn Eltern bei der Feuerwehr sind, betrifft das die ganze Familie. Proben und Einsätze nehmen im Leben der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr einen nicht unbedeutenden Raum ein. Feuerwehrkinder wissen, was Mama und Papa machen und finden das spannend.

„Lena hört meistens bei Einsätzen den Piepser als Erste“, erzählt Karina Prinz. Sie hat den Vorteil, dass Oma und Opa im Feuerwehrhaus wohnen. So kann sie bei Proben und Einsätzen das Kind ins Feuerwehrhaus mitnehmen und Lena kann vom Fenster aus alles beobachten. Sind die Großeltern nicht da, kann Karina Prinz zu Einsätzen nicht mitfahren, Proben und Einsätze sind für Kinder tabu, das versteht sich von selbst. Da sind die männlichen Kollegen ein wenig im Vorteil, meist ist eben doch die Mutter zuhause, wenn der Vater zur Probe oder zum Einsatz fährt. Wenn bei Paaren beide im Dienst sind, dann müssen die Großeltern einspringen.
Feuerwehrkinder wissen ziemlich gut, was die Eltern tun. Schon früh fragen die Kleinen nach, was Mama und Papa tun, was auf der Probe abgeht und gehen spielerisch damit um. Bei einem der Knirpse heißt es in der Badewanne „Wasser marsch“, eine Anderthalbjährige ahmt die Sirenen der Feuerwehrautos nach, wenn sie Papas Piepser hört und Bilderbücher mit Feuerwehrautos sind für die Kleinsten ohnehin spannend. Die älteren erzählen stolz in der Schule davon, welche besondere Übung die Feuerwehr gemacht hat und dass Mama oder Papa dabei waren.
Es ist Stolz und Freude herauszuhören, wenn die Feuerwehrleute erzählen, wie ihre Kinder Feuerwehr spielen und sie wissen, „wir haben eine Vorbildfunktion“. Sie kennen es teils ja aus eigener Erfahrung, wie das elterliche Ehrenamt auf das eigene Leben Einfluss genommen hat. Benjamin Menz beispielsweise ist durch seinen Vater infiziert worden. „Für mich war es das Größte, als ich endlich 12 war und zur Jugendfeuerwehr durfte.“ Benjamin Keller hofft, dass sein Kleiner irgendwann auch dabei ist, „Kinder eifern ja gern den Eltern nach.“
Das ist auch gut so, denn die Feuerwehr hält Mamas und Papas des Öfteren von zuhause fern. Weil diese dabei etwas so Spannendes und Wichtiges tun, ist es leichter zu verschmerzen. Bei Festen sind die Kinder natürlich immer dabei. Damit wird die Feuerwehr zum aufregenden Teil des Familienlebens.