Serie zum Feuerwehrjubiläum 2021: Ausrüstung schützt im Einsatz


am 09.09.2020 von Barbara Rau

Feuerwehrleute machen in ihrer Uniform eine gute Figur. Noch mehr Bedeutung hat für die Kameradinnen und Kameraden aber die Einsatzkleidung. Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist fast schon eine Lebensversicherung.

Spezialstoff statt feiner Zwirn – die Persönliche Schutzausrüstung ist aus einem feuer- und hitzebeständigen Material und das hat seinen Preis. Die komplette PSA kommt auf etwa 1.200 Euro. „Keiner von uns würde so teure Markenklamotten tragen“, stellt Dominik Lubrich lachend fest. Aber die PSA ist kein Luxus, sondern im Einsatz unverzichtbar und unter Umständen lebensrettend. Ein wenig respektgebietend ist sie auch und das kann ebenfalls hilfreich sein.
Die PSA besteht aus Jacke und Hose, Helm und Stiefel. An das Gewicht müsse man sich erst gewöhnen, erzählen die Feuerwehrleute, es sind etliche Kilo. Um ein Gefühl zu bekommen, was die Kleidung aushält, gehen sie in einen Brandschutzcontainer, in dem Einsatzbedingungen simuliert werden. Neben Hitze und Feuer ist insbesondere heißes Löschwasser eine große Gefahr für die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz, die Kleidung muss also wasserdicht sein.
Die PSA wird je nach Einsatzgebiet und Ausbildung um spezielle Ausrüstung ergänzt. Mitglieder des Gefahrenzugs haben beispielsweise den CSA (Chemieschutzanzug) für den Gefahrguteinsatz. Andere tragen Schnittschutzhose und Helm in Fällen, bei denen die Motorsäge zum Einsatz kommt.

Nach Brandeinsatz sofort umziehen

Die PSA anzulegen ist eine Kunst für sich. „Jeder hat ein anderes System beim An- und Ausziehen“, berichten die Feuerwehrleute, das sei ganz interessant. Auch wenn das möglicherweise lustig aussieht, wenn der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau am Einsatzort aus den Hosen steigt – sich nach einem Brandeinsatz sofort umzuziehen, ist wichtig und entspricht heutigem Hygienestandard. Bei Bränden entstehen gesundheitsgefährdende Stoffe und denen sollten Feuerwehrleute nicht länger als unbedingt notwendig ausgesetzt sein. Im Fahrzeug liegt Ersatzkleidung für die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz, damit sie nicht im dreckigen Zustand ins Fahrzeug einsteigen und die kritischen Stoffe verschleppen. Im Feuerwehrhaus gibt es die Möglichkeit Ersatzkleidung zu lagern und zu duschen. Einsatzkleidung wird in speziellen Industriewaschmaschinen gereinigt. Im Gegensatz zu früher nimmt die keiner mehr mit nach Hause. Trotz aller Hygienemaßnahmen müsse man nach einem Brand öfter die Bettwäsche wechseln, erzählen die Feuerwehrleute. In den Haaren hält sich der Geruch relativ lange und erinnert noch nach Tagen an den Einsatz.