Schulsozialarbeit und Jugendarbeit in Zeiten der Corona-Krise


am 29.04.2020 von Barbara Rau

Schulen und Jugendangebote sind wegen der Pandemie seit Wochen geschlossen, derzeit laufen sie im Sondermodus. Für Jugend- und Schulsozialarbeit bedeutet dies Handeln unter neuen Bedingungen. Die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendarbeit sind weiter tätig...

...aber unter erschwerten Voraussetzungen. „Unsere Arbeit zeichnet sich durch Kontakt und Beziehung aus. Sei es im Klassenverband, an der Schule, in Gruppengesprächen oder in sehr viel offeneren Zusammenhängen wie in der Jugendarbeit wo man sich gemeinsam in der Freizeit trifft. Unsere gewohnten Methoden, Mittel und Wege, die Klientel zu erreichen, sind aber derzeit nicht möglich“, so Matthias Hellmann, Geschäftsführer des Vereins Kinder- und Jugendarbeit Isny e.V.

Schon mit dem Beginn der einschränkenden Maßnahmen und dann der Schulschließungen hat das Kollegium der Kinder- und Jugendarbeit eine Erreichbarkeit unter veränderten Voraussetzungen hergestellt. Was vorher durch Präsenz an der Schule oder durch das Bereithalten von Jugendangeboten möglich war, musste umorganisiert werden. Viele Kollegen arbeiten derzeit im „Homeoffice“. Die Schulsozialarbeit ist seitdem für Anliegen, Anfragen und Beratung erreichbar, und war dies zusätzlich auch während der Schulferien sowie über Ostern. Über Elternbriefe oder Veröffentlichungen auf den Schulhomepages und abgestimmt mit den jeweiligen Schulen sind die Erreichbarkeiten kommuniziert. Zudem finden Gespräche und Beratungen mit Lehrkräften und den Schulleitungen statt.
Die beiden Pädagogen aus der Jugendarbeit nutzen Messengerdienste, Diensthandys, Videochats und soziale Medien um weiterhin für Jugendliche ansprechbar zu sein und Kontakt zu halten. Sie hören zu bei Sorgen, klären auf und entwickeln Perspektiven. Persönliche Treffen oder die Wiederaufnahme von Jugendangeboten sind vorerst leider nicht möglich.

Die Fachkräfte sind aufgrund der aktuellen Situation in Sorge, mit welchen Problemlagen sie nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen konfrontiert sein werden. Sie selbst machen die Erfahrung, wie auch Kooperationspartner der regionalen Beratungsstellen im fachlichen Austausch mitteilen, dass derzeit wenig neue Beratungskontakte stattfinden. Man ist im Kontakt mit Klienten, mit denen man schon vor Ausbruch der Coronapandemie in Kontakt oder im Beratungsprozess stand. Der Umfang an Neuanfragen ändert sich gerade langsam.
Mit der schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebs, werden die Anfragen zunehmen, sind sich die Kolleginnen und Kollegen sicher. Die Zeit bis dahin soll gut genutzt werden, den Wiedereinstieg zu begleiten. Es braucht Raum für Kinder und Jugendliche um über die Erlebnisse in den letzten Wochen ins Gespräch kommen zu können, ist sich Matthias Hellmann zusammen mit Claudia Mayer, Vorsitzende des Vereins sicher.