Die schwarze Funktionsverschalung im Schloss Shop

Schloss Isny wird bei „Isny macht blau“ eröffnet


am 07.06.2024

Isny ist ab „Isny macht blau“ um eine bedeutende Kultureinrichtung reicher. Schloss Isny wird zum „Drei-Institutionen-Haus“, mit Städtischer Galerie, Stadtmuseum und Kunsthalle Schloss Isny. Die vier Träger Stadt Isny, Isny Marketing GmbH (IMG), Friedrich Hechelmann und Schloss Isny Kunst- und Kulturstiftung und Friedrich Hechelmann selbst als Träger der Kunsthalle Schloss Isny, wollen das Schloss zur zentralen Institution im Isnyer Kultur-betrieb machen und bringen dafür gemeinsam 1,7 Mio. Euro auf.

Kurzer Rückblick auf die Geschichte von Schloss Isny: 1069 wurde es als Benediktinerkloster gegründet. 1803 im Zuge der Säkularisation und der napoleonischen Kriege wurde das Kloster aufgelöst und den Fürsten von Quadt über-eignet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss für einige Jahrzehnte als Krankenhaus der Stadt Stuttgart. 1996 wurde von Isnyer Bürgern beschlossen, das Gebäude zu kaufen. Ein Teil der neuen Eigentümer gründete 1999 die Friedrich Hechelmann und Schloss Isny Kunst- und Kulturstiftung, mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung des künstlerischen Werkes von Friedrich Hechelmann, der Erhaltung und Unterhaltung des Schlosses und der Förderung von Kunst und Kultur in der Stadt Isny. 2005 wurde die Städtische Galerie in der Remise eröffnet.

Kreative Köpfe - spannende Lösungen

Als klar war, dass das Städtische Museum nicht in der ehemaligen Stadtmühle bleiben kann, wurde eine Lösung gesucht und mit Schloss Isny ein idealer Ort gefunden. „So kann hier ein starker Kulturort entstehen, Synergieeffekte genutzt werden und somit alle beteiligten Einrichtungen zukunftsfähig ausgerichtet werden“, sagt dazu Karin Konrad, Geschäftsführerin der IMG und für diese in der Lenkungsgruppe.
Was sich so schlüssig anhört, war aber keine leichte Aufgabe. Daher wurde die Lenkungsgruppe aus Bürgermeister Rainer Magenreuter und Frank Reubold für die Stadt, Elisabeth Olberz (IMG), Karin Konrad (IMG), Friedrich Hechelmann und Natalie Reutlinger (Kunsthalle), Ute Seibold (Städtische Museen Isny), Brigitte Pletinckx und Thomas Braunagel (Friedrich Hechelmann und Schloss Isny Kunst- und Kulturstiftung) begründet. Die Gruppe eint der Glaube an die gemeinsame Idee. Die verschiedenen Interessen und Ziele, die unterschiedlichen Zielgruppen aber auch die Tatsa-che, dass Private und öffentliche Hand beteiligt sind, machten den Prozess, die Diskussionen und vor allem die Ent-scheidungen – die einstimmig getroffen werden müssen – nicht einfach. Und dann bremste auch noch die Pandemie aus. „Es war eine herausfordernde aber fruchtbare Konstellation“, betont Karin Konrad. „Wir haben kreative Köpfe mit hohem Sachverstand in unseren Reihen und so führte der lange Prozess zu einem vielversprechenden Ergebnis“, erklärt Frank Reubold, der als Bauherrenvertreter der Stadt fungiert, die mit 1,18 Mio. Euro den Löwenanteil der Kosten trägt. 520.000 Euro beträgt der Anteil von Stiftung und Friedrich Hechelmann.
Ein denkmalgeschütztes Schloss mit maroder Elektrik und unzureichendem Brandschutz bedeutet eine kostspielige und schwierige Aufgabe. Dass die geplanten Kosten, Stand heute, nur unwesentlich überschritten werden, darf als große Leistung gelten. Architekt Günter Bestfleisch (Bauleitung) und die Designgruppe Süd, Martina Briegel (Innenar-chitektur) und Oliver Kral (Gestaltung), stellten sich mit ausgezeichnetem Ergebnis dieser Herausforderung. Es seien ein paar wenige Punkte beispielhaft genannt: Die Elektrik wurde zu großen Teilen Aufputz installiert, um die Wände nicht aufschlitzen zu müssen. Die Schalen, die verkleiden, sind gleichzeitig dekoratives und informatives Element. Mit der neuen Hauptverteilung wurde gleichzeitig die elektrische Leistung für die Schlossweihnacht erhöht. Im Schloss-Shop steht eine schwarze Verschalung mit Bildschirmen und wenigen Regalen vor der eigentlichen Wand. Und im Museum gibt es kreative, spannende und kontrastreiche Raumlösungen, die einerseits die Präsentation zu einem Erlebnis für Besucher machen und andererseits das Gebäude schonen. Für den Brandschutz einschließlich Meldean-lagen wurden Einheiten gebildet, die es ermöglichen, die Flure und Treppenhäuser weiterhin großzügig und offen zu halten. Nicht zu vergessen, das neue Logo mit Leitsystem.
Alle Beteiligten sind sich sicher, dass das neu konzipierte Schloss Isny ein Gewinn für die ganze Stadt und den Kultur-betrieb wird, eine „win-win-win-Situation“, wie Bürgermeister Rainer Magenreuter erklärt.

Info: Eröffnet wird am Wochenende „Isny macht blau“, vom 23. bis 25. August.