Neustrukturierung der Obdachlosenberatung in Isny


am 10.12.2021 von Barbara Rau

Die Obdachlosenberatung in Isny wird neu organisiert. Die Stadt übernimmt diese freiwillige Leistung in eigene Hände und ergänzt sie durch den zugehenden Sozialdienst. Claudia Landsrath ist als neue Mitarbeiterin seit 1. Dezember für diese Aufgabe zuständig.

Obdachlosenberatung ist eine freiwillige Leistung der Stadt Isny. Seit dem 1. Januar 2019 war diese Beratung für drei Jahre dem Kooperationsverbunds vom Diakonieverband Dornahof & Erlacher Höhe e.V. und dem Diakonischen Werk Ravensburg vertraglich übertragen worden. Pro Jahr fielen Personal- und Sachkosten in Höhe von rund 90.000 Euro an. Der Verwaltungsausschuss hat in der Sitzung am 5. Juli 2021 entschieden, den Vertrag, der zum 31. Dezember 2021 aus-läuft, nicht zu verlängern und die Obdachlosenberatung in städtischer Hand zu organisieren. „Wir danken der Diakonie und Dornahof für ihre gute Arbeit. Die Obdachlosenberatung soll es weiterhin geben, aber wir wollen diese künftig in städtischer Hand fortführen“, erklärt Bürgermeister Rainer Magenreuter.
Da ist einerseits die Notwendigkeit, den städtischen Haushalt in finanziell schwierigen Zeiten zu entlasten. „Andrerseits können durch die direkte Anbindung an den Sachbereich „Soziale Hilfen“ zusätzliche Synergieeffekte geschaffen werden“, wie Ordnungsamtsleiter Klaus Hägele betont. Vor dem Vertrag mit der Diakonie war der genannte Sachbereich mit diesen Aufgaben betraut. Das ergibt die Möglichkeit, einen zugehenden Sozialdienst zu etablieren, der in der bisherigen Obdachlosenberatung nicht enthalten war, für den aber ebenfalls dringender Bedarf herrscht.

Zugehender Sozialdienst

Der zugehende Sozialdienst ist für akute Notsituationen vorgesehen. Mittels Hausbesuch wird ein umfassendes Bild der Lage gewonnen und dann im akuten Fall schnelle Hilfe geholt, sei es durch Angehörige, den Hausarzt oder weitere Einrichtungen und Institutionen, für die ein Netzwerk vorhanden ist. Eine dauerhafte Begleitung ist dabei nicht vorgesehen. Die Obdachlosenberatung wird den Betroffenen wie bisher beim Erhalt bzw. bei der Beschaffung von Wohnraum zur Seite stehen. Dazu gehören auch Hilfen zur Sicherung des Lebensunterhalts, beispielsweise beim Beantragen von finanziellen Hilfen oder im Umgang mit Behörden. „Wir werden Menschen in schwierigen Lagen auch weiterhin gut zur Seite stehen“, verspricht Klaus Hägele. Auf diese Aufgabe freut sich Claudia Landsrath, die von 2016 bis 2020 als Flüchtlingsbeauftragte für die Stadt arbeitete. „Ich habe über die Flüchtlingsarbeit Erfahrungen gesammelt und ein Netzwerk geknüpft, welches ich in die neue Tätigkeit mit einbringe.“