Liebe Isnyerinnen und Isnyer, liebe Leserinnen und Leser,


am 18.12.2022 von Barbara Rau

es ist schon sehr lange her, dass der Wunsch nach einem friedlichen Weihnachten in unserem Land so eine große Bedeutung hatte.

Vor einem Jahr haben wir nach fast zwei Jahren Corona gemeinsam auf ein einigermaßen „normales“ Jahr gehofft und das Corona-Virus hat sich zu einer zwar weiterhin präsenten, aber weitgehend verkraftbaren Belastung entwickelt. Wir konnten im zurückliegenden Jahr wieder fröhliche Feste feiern und unser kulturelles Programm fast wie gewohnt durchführen. Was uns alle aber tief getroffen und fassungslos macht, ist der Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar. Der seither währende Krieg, bei dem leider kein Ende in Sicht ist und der so vielen Menschen unermessliches Leid und Tod bringt, wirkt sich nicht nur emotional auf uns aus. Uns wurde drastisch bewusst, wie sehr wir uns von fossilen Energien aus unberechenbaren Staaten abhängig gemacht haben. Dies treibt nicht nur die Energiepreise hoch, sondern damit grundsätzlich alle Preise und Kosten was wir an einer fast zweistelligen Inflation sehen. Auch wenn Isny dank vieler Akteur*innen weitsichtig schon länger auf erneuerbare Energien und Nahwärme setzt und dafür zum dritten Mal mit dem European Energy Award in Gold belohnt wurde, kämpfen auch wir mit steigenden Kosten und sinkenden Einnahmen. Das wirkt sich massiv auf die Aufstellung der nächsten städtischen Haushalte aus. Die Stadt hat viele Pflichtaufgaben, von der Kinderbetreuung, über Flüchtlingsunterbringung und die Feuerwehr bis zur allgemeinen Infrastruktur wie Straßen und Gebäude. Umso froher sind wir, dass Marktplatz und Schule kommendes Jahr fertiggestellt werden. Derzeit könnten wir solche Großprojekte nicht mehr beginnen.
Das bringt mich aber auf ein erfreuliches Thema: Der Marktplatz soll im kommenden Jahr eingeweiht werden – womit eine langwierige Baustelle abgeschlossen wird - das werden wir genauso feiern, wie die Einweihung des Schulneubaus. Wie sehr uns Feste in den zwei Jahren Pandemie gefehlt haben, zeigte sich daran, wie intensiv dieses Jahr unser Kinder- und Heimatfest gefeiert wurde. Nahezu alle unsere gewohnten Ereignisse wie Theaterfestival, Isny Opernfestival, Schlossweihnacht und viele weitere Veranstaltungen konnten wir genießen. Es wurden die Jubiläen der Städtepartnerschaften mit Notre-Dame-de-Gravenchon und Andrychow begangen und unsere Stadtkapelle konnte nach Sotkamo reisen. Gerade jetzt wird uns bewusst, wie bedeutsam freundschaftliche Begegnungen zwischen unseren Völkern sind.
Auch das nächste Jahr wird wieder herausfordernd sein. Ich danke allen, die in unserer Stadt und ihren Ortschaften großes und vielfältiges Engagement zeigen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes, gesegnetes und friedliches Weihnachtsfest und für 2023 weiterhin Zusammenhalt und viel Freude.

Ihr Rainer Magenreuter
Bürgermeister