LEV sucht Landwirt*innen für die Wildpflanzenvermehrung


am 06.07.2022 von Barbara Rau

Mit Erfahrungen aus Ackerbau oder Sonderkulturanbau sowie Interesse an der Vermehrung regionalen Saatgutes sind Sie der richtige Betrieb für uns! Unserem „südlichen Alpenvorland“ fehlt es an Landwirt*innen und Interessierten, die Gräser und Kräuter unserer heimischen Wiesenarten vermehren.

Die Region benötigt diese dringend für ausgewogene Mischungen an Wildpflanzensaatgut. Angesichts des Bundesnaturschutzgesetzes, laut dem ab 2024 nur noch gebietsheimisches Saatgut ausgebracht werden darf, und des Potenzials als mögliche Einkommensquelle für Ackerbaubetriebe organisierte der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ravensburg am 23. Juni die Tagung „Regiosaatgutvermehrung im Südlichen Alpenvorland - Chancen und Herausforderungen beim Anbau von regionalem Wildpflanzensaatgut“ im Bauernhausmuseum Wolfegg.
Ziel dieser Tagung war es, Interessierte, insbesondere Betriebe aus Acker- oder Sonderkulturanbau zu gewinnen, die sich dieser großen Aufgabe annehmen möchten. Der LEV Ravensburg will den Einstieg mit Beratung und Sammlung des F0-Saatguts unterstützen.
Teil des Tagungsprogramms mit einem Vortrag waren u. a. die Praktiker Werner Kuhn und Stefan Schäfler (Saatgutvermehrer) sowie Johannes Rieger (Rieger-Hofmann GmbH).
An der Podiumsdiskussion beteiligten sich neben dem Bürgermeister von Kißlegg Dieter Krattenmacher auch Franz Schönberger (Bauernverband Allgäu-Oberschwaben) und Robert Bauer (Geschäftsführer LEV Ravensburg).
Die Vorträge und Infostände sorgten für regen Austausch, konstruktive Diskussionen und Vernetzung unter den Teilnehmenden. Es ist geplant, eine Gruppe für Neueinsteigende zu gründen, die sich zukünftig zum Austausch und gemeinsamen Exkursionen treffen möchte.

Wenn Sie sich für Saatgutvermehrung interessieren und Teil der Gruppe sein möchten, wenden Sie sich an info@lev-ravensburg.de mit Ihrem Namen, Adresse und E-Mail sowie gegebenenfalls Ihrer Organisation/ Institution.

Maschinenförderung durch die Stuttgarter Hofbräu Stiftung

Dank des Stiftungsfonds der Brauerei Stuttgarter Hofbräu in Kooperation mit dem Landesnaturschutzverband (LNV) konnten nicht nur dem LEV Ravensburg neue Geräte für den Naturschutz gefördert werden, sondern auch den NABU Gruppen Federsee und Bodensee-Reichenau. Neben vier akkubetriebenen Freischneidern und einer Motorsäge wurden auch außergewöhnlichere Geräte wie eine Drohne und ein Wiesensamensammler durch die Gelder finanziert.
Alle Gerätschaften erleichtern die Arbeit für die Naturschützer zeitlich und körperlich.
Mit der Drohne können beispielsweise schwer zugängliche Bereiche in Moor- und Riedgebieten mit der integrierten Kamera der Drohne begutachtet werden. Der Wiesensamensammler hilft, heimisches Saatgut aus Wiesen abzuernten, das dringend für die Neuansaat und die ökologische Aufwertung anderer Wiesen benötigt wird. Das müsste ansonsten händisch über eine Mahdgutübertragung erfolgen. Auch die akkubetriebenen Geräte sind in der Handhabung nicht nur rückenfreundlicher, sondern auch für beispielsweise steilere Hänge bestens geeignet. Außerdem sind alle Gerätschaften bei den jeweiligen Einrichtungen ausleihbar.
Zusammengefasst sind die Mitarbeitenden der Naturschutzinstitutionen der Stuttgarter Hofbräu Stiftung sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung. Jede Erleichterung der täglichen Arbeit ist willkommen und schafft Zeit und Raum für weitere Naturschutzprojekte.