Kein ideales Wetter für Krötenwanderung


am 03.05.2021 von Barbara Rau

Seit Jahren stellt der Baubetriebshof die Amphibienzäune am Waldbad und am Hengelesweiher auf. Am Ende der Wanderzeit baut er sie genauso wieder ab wie die Zäune bei Ratzenhofen. Aufgestellt werden dort die Zäune entlang der Kreisstraße zwischen Rohrdorf und Großholzleute von der Ortsgruppe des BUND.

Der Gemeindeverbindungsweg nach Ratzenhofen ist während der Krötenwanderung zudem gesperrt, die entsprechen-de Schranke stellt ebenfalls der Baubetriebshof Neutrauchburg auf. Eingelagert werden die Zäune fachgerecht im Baubetriebshof, damit sie im Frühjahr wieder voll funktionstüchtig sind.
Mit dem Aufstellen von Zäunen und Eimern ist es aber nicht getan. Die Tiere müssen täglich gesammelt und über die Straße gebracht werden. Mitglieder des BUND übernehmen das in Ratzenhofen und am Hengelesweiher an Wochenenden. Während der Woche ist Erhard Pferdt als Mitarbeiter des Baubetriebshofes dafür im Einsatz und trägt die Amphibien über die Straße zum Wasser. Würde er sie nur auf die andere Straßenseite tragen, würde das den Tieren nicht helfen. Der lange Weg über die Wiese wäre zu gefährlich. Storch und Graureiher warten schon auf diese Mahlzeit. Pferdt kontrolliert auch stets die Zäune. Wenn diese nicht sorgfältig angebracht sind, krabbeln Tiere unten durch und landen dann auf der Straße. Kröten wandern zwar nachts, aber weil auch nachts viel Verkehr ist und schnell gefahren wird, haben sie fast keine Chance, das Überqueren zu überleben.

Zeitweise zu kalt und trocken

Am Hengelesweiher wurden vor längerer Zeit etliche hundert Meter beidseitig feste Krötengräben gebaut. Eine auf-wändige Angelegenheit, denn es mussten ja auch Tunnels unter der Straße angelegt werden. Diese müssen so kon-struiert sein, dass die Kröte das Licht am Ende des Tunnels sieht, sonst marschiert sie gar nicht erst los. Bei den Amphibienzäunen am Waldbad ist Andreas Moser von der Stadt beauftragt.
Die Menge der gesammelten Amphibien war dieses Jahr bislang nicht sehr groß, stellt Erhard Pferdt fest. „Das Wetter ist dieses Jahr alles andere als ideal für die Kröten“, erklärt Alexandra Haug vom Sachbereich Natur und Umwelt bei der Stadtverwaltung. Im Februar so warm, dass man schon eine Wanderbewegung fürchten musste, dann die mehrfachen Wintereinbrüche im März und April und jetzt kalt und trocken – das vermiest wohl Kröte und Frosch den Fortpflanzungstrieb.
Schnee ist insgesamt eine ziemlich Erschwernis. Die Amphibienzäune werden von den Räumfahrzeugen unter dem Schnee begraben. Andererseits kann es sein, dass Tauwetter mit Wärme und Schneefeuchte über Nacht die Amphibien zum Wandern veranlasst und dann müssen die Zäune stehen.
Dass Amphibienzäune auf beiden Straßenseiten angelegt sind, liegt daran, dass ein Großteil der Tiere nach der Paarung und dem Laichen wieder zurück in den Wald wandert. Aber eben nicht alle, einige bleiben auch rund um die Gewässer über den Sommer.