Kandidaten gesucht für Stadtseniorenratswahl


am 07.02.2020 von Barbara Rau

Der Stadtseniorenrat (SSR) wird im Zeitraum von 20. März bis 6. April neu gewählt. Wer im Alter von 60 plus aus Isny und den Ortschaften sich für die Senioren einbringen möchte, ist aufgerufen, zu kandidieren.

Der Stadtseniorenrat ist geschaffen worden, um Ansprechpartner für alle Senioren zu haben und um deren Interessen und Belange zu vertreten. Es ist ein äußerst rühriges Gremium, das im Rahmen seiner Möglichkeiten einiges bewegt. Dies wurde im Bericht über die letzten drei Jahre, den die bisherige Vorsitzende Renate Metzler im Januar im Verwaltungsausschuss vortrug, deutlich. Entsprechend groß fiel der Dank der Gemeinderäte und der Verwaltung aus.
Der SSR will Sprachrohr der Senioren sein und deren Zahl steigt seit Jahren in Isny kontinuierlich. Betrug ihr Anteil an der Isnyer Einwohnerzahl 2017, zu Beginn der Amtszeit des derzeitigen Gremiums, 27 Prozent, so stieg dieser bis 2020 schon auf 29 Prozent und bis 2023 sei mit etwa 30,5 Prozent zu rechnen, führte Renate Metzler aus. Die politisch und konfessionell neutrale Arbeit des SSR ist also wichtiger denn je. Sie setzt sich aus ideeller Unterstützung aber auch aus konkreten Projekten zusammen. Unterstützt und gestärkt wird der SSR durch die Stadt Isny, mit Anita Gösele vom Fachbereich Familien, Bildung und Soziales als Seniorenbeauftragte der Verwaltung. Der SSR ist in Isny gut vernetzt dank des Arbeitskreises Senioren (AKS). Im AKS schließen sich unter der Federführung des SSR soziale Einrichtungen, kirchliche Organisationen, die Fraktionen des Gemeinderats und weitere Akteure zusammen. Verbindung wird aber auch mit Vereinen und Gruppierungen über die Seniorenarbeit hinaus gepflegt, beispielsweise mit dem Verein Kinder- und Jugendarbeit Isny.
Ein wichtiger Baustein der Arbeit ist die sehr gut nachgefragte Sprechstunde mit Mitgliedern des Gremiums während des Wochenmarkts, zweimal im Monat. Diese fand anfangs im Rathaus statt, aber die neuen Stadtseniorenräte stellten schnell fest: „Wir müssen zu den Leuten gehen“. Die Sprechstunde wurde deshalb ab September 2017 unter die Arkaden des Rathauses verlegt. Diese Präsenz trug erheblich zum größeren Bekanntheitsgrad des SSR bei. Eine neue Idee des derzeitigen Gremiums war auch das Hilfetelefon, das eines der Mitglieder in Verantwortung hat. Dort kann anrufen, wer nicht weiter weiß. Diese Nummer sollte nicht in Konkurrenz zu Polizei, Feuerwehr oder Notarzt stehen, sondern für schnelle Antwort auf die Frage sorgen, „wo finde ich für mein (Alltags-) Anliegen den richtigen Ansprechpartner“. Zu den Dauerbrennern des SSR gehört seit etlichen Jahren der offene Computernachmittag, der von Anfang an gut nachgefragt wurde. Das Team arbeitet natürlich ehrenamtlich. Der Kostenbeitrag beträgt jeweils fünf Euro, vier Euro davon werden gesammelt und jährlich für soziale oder bürgerschaftliche Zwecke ausgegeben. 2019 sind damit beispielsweise von älteren Menschen dringend gewünschte Bänke angeschafft worden. Der Wandel in der Technik schlägt übrigens auch beim Computernachmittag durch: Kamen die Hilfesuchenden anfangs noch mit ihrem PC, dann mit dem Laptop, so sind es heute überwiegend Smartphone und Tablet, die Fragen aufwerfen. „Die neuen Geräte und die sozialen Medien sind bei den Senioren angekommen“, stellte Renate Metzler dazu fest. Dass der SSR selbst mit einer Homepage (www.seniorenrat-isny.de) online ist, versteht sich da von selbst.
Immer wieder werden Vorträge zu seniorenrelevanten Themen angeboten, die fanden in letzter Zeit aber weniger Zuspruch. Schon längere Zeit gibt es die Zeitzeugengespräche um jungen Menschen die Vergangenheit nahezubringen. Ein wichtiges Projekt ist die Vorsorgemappe, die beispielsweise in einer Veranstaltung der vhs nun auch jüngeren Menschen vorgestellt wird. Der Empfang der Neubürger 60 plus, monatlicher Seniorenstammtisch, Gespräche mit politischen Vertretern, Information für Senioren, … die Reihe ließe sich beliebig verlängern. Als Höhepunkt empfinden die Mitglieder des SSR aber jedes Mal die Seniorenmesse, die heuer wieder organisiert wird. Viel Arbeit aber auch eine tolle, lohnende Veranstaltung – da sind sich die Stadtseniorenräte einig.
Einig sind sie sich auch darin, dass es eine erfüllende Aufgabe ist, im Stadtseniorenrat mitzumachen. Es bringt zwar manchmal einiges an Arbeit mit sich, aber es macht auch richtig Spaß. Ab dem vollendeten 60. Lebensjahr kann man kandidieren. Die bisherigen Beiräte hoffen auf einige Kandidaten, die Senioren sollen doch eine echte Wahl haben. Eine Informationsveranstaltung für interessierte Personen findet am Mittwoch 19. Februar um 17.30 Uhr in der Unteren Mühle statt.

Info: Die dreijährige Amtszeit des derzeitigen Stadtseniorenrats endet Ende April 2020. Wählbar für den neuen fünf-köpfigen SSR sind alle Personen, die ihren Hauptwohnsitz in Isny und den Ortschaften haben und bis zum 6. April 2020 das 60. Lebensjahr vollendet haben. Hauptamtliche in leitender Funktion in Senioreneinrichtungen sind nicht als Kandidaten zugelassen. Ein Bewerbungsformular ist im Rathaus in der Zentrale sowie bei den Ortsverwaltungen erhältlich oder kann auch über www.isny.de/stadtleben/familie-kinder-senioren/senioren/stadtseniorenrat oder die Homepage des Stadtseniorenrats www.seniorenrat-isny.de heruntergeladen werden. Bewerbungen können bis Freitag, 6. März, bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Sobald die Kandidaten feststehen, werden die Briefwahlunterlagen an alle wahlberechtigten Isnyer (über 60 Jahre, Hauptwohnsitz in Isny) versandt. Die ausgefüllten Wahlzettel müssen bis 6. April im Rathaus (Zentrale) oder auf den Ortsverwaltungen abgegeben werden, beziehungsweise bis zu diesem Datum mit der Post angekommen sein. Das Ergebnis der Wahl wird in „Isny Aktuell“ bekanntgegeben.