aichermagazin innen
© Ch. Morlok / Christoph Morlok

"Isny Stadtbeet“ schafft Verbindung


am 09.04.2024 von Christiane Brockhoff

Mit dem Isny Stadtbeet hält Isny nach dem Umzug des aichermagazins auf die Landesgartenschau in Wangen die Verbindung zu Otl Aicher und geht einen weiteren Schritt zu mehr Aufenthaltsqualität in der Stadt.

In der dritten Aprilwoche werden sieben Hochbeete in der Espantorstraße aufgestellt: Vier vor dem „Streberstudio“ und drei auf der gegenüberliegenden Seite zwischen dem „Dolce Vita“ und „Wolle & Schönes“. Gemeinsam bilden sie das „Isny Stadtbeet“. Dazu kommt eine neue Plattform zum Sitzen und Verweilen, die den kleinen Baum einschließt. Die bisherige Sitzbank findet – im Sinne der ganzheitlich nachhaltigen Planung des Projektes - einen neuen Platz in der Stadt. Beim Frühlingsmarkt am 20. April dürfen sich Stadtbummler dann bereits über eine bunte Pflanzenvielfalt mitten in der Straße freuen.

Wachsende Verbindung zu Otl Aicher

Das Projekt Isny Stadtbeet ist eine Referenz an den Stadtgestalter Otl Aicher, inspiriert von Aichers Konzept vom „Selbermachen“ und vom „urban gardening“. Bereits im aichermagazin, das zwei Jahre Besucher aus Nah und Fern in den Isnyer Kurpark zog, stieß man nicht nur auf die Bildzeichen, die Aicher für Isny schuf, sondern auch auf ein mit Brennnesseln und Kräutern bepflanztes Hochbeet. Auf der Landesgartenschau in Wangen, wo die Holzkonstruktion mit einer adaptierten Ausstellung unter dem Titel „allgäu schwarz weiß“ Ende April einen neuen Platz findet, treffen Besucher ebenfalls auf Hochbeete, in Reih und Glied neben dem aichermagazin arrangiert. In Isny wie in Wangen machen die Hochbeete Otl Aichers Leidenschaft fürs Gärtnern und seinen Pioniergeist eindrücklich: „In seiner Wahlheimat Rotis bei Leutkirch hatte Aicher in seinem Küchengarten Hochbeete aus stapelbaren Betonringen gebaut und bepflanzt“, erklärt Karin Konrad von der Isny Marketing GmbH (IMG).

So wie Aichers Bildzeichen heute das Isnyer Stadtdesign prägen, so wie Aichers Idee von authentischer Stadtwerbung heute in Produkten und Kampagnen steckt, schafft das Isny Stadtbeet „eine weitere, wachsende Verbindung zu Aicher“. Außerdem passe das als Pilot angelegte Projekt einfach zu Isny: Es stehe für Isnys Nähe zur Natur, für Isnys Sinn für Innovation und Kooperation, erklärt Konrad.

Gute Basis für den Projektstart

Als Standort des „Isny Stadtbeets“ wurde die Espantorstraße gewählt. „Nach dem Umzug der Wochenmarktstände auf den Marktplatz, sollte das Quartier aufgewertet werden“, erzählt Katrin Mechler von der IMG. Es ist als Gemeinschaftsprojekt gedacht, „in der Espantorstraße gab es dafür eine Basis“. Eigeninitiativ organisierten hier ansässige Händler, Anwohner und Freiwillige über Jahre die „Marktsuppe“, der Kontakt unter vielen von ihnen ist immer noch eng. „Diese Art von Initiativbereitschaft und Zusammenhalt ist ein guter Ausgangspunkt für gemeinschaftlich genutzte, öffentliche Anbauflächen im Sinne des urban gardenings“, so Mechler.
Die sieben Quadratmeter Beet, bepflanzt mit Gemüse und Kräutern, sind dabei ganz praktisch gedacht: Letztendlich ginge es darum, gemeinsam zu gärtnern, in Kontakt zu kommen, zu teilen und sich am Wachsen zu
erfreuen. Nach der Neugestaltung des Marktplatzes sei „das Projekt außerdem ein weiterer Schritt bei der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in unserer schönen Stadt“, betont Bürgermeister Rainer Magenreuter.

Freiwillige „Kümmerer“ gehen voran

Seit einigen Monaten steht Stadtbeet-Projektleiter Markus Fischer bei der Planung nicht nur in engem Austausch mit Karin Konrad und Katrin Mechler von der IMG, dem Architekten Lenz Schnell, dem Metallbauer Epp und Holzbau Butscher, dem stellvertretenden Bauhofleiter und Stadtgärtner Willi Keck, Susanne Duda und Alexandra Haug vom Isnyer Bauamt und der Feuerwehr, sondern auch mit den Freiwilligen, die sich um die ersten Beete vor ihrer Tür kümmern wollen: Monka Raabe, Inhaberin von „Wolle & Schönes“, Elmar Hermanutz, Inhaber der „Werkstatt für Schmuck“, Lucia Thanner, Mitbetreiberin des Mal- und Keramikateliers im Haus Nr. 21 und Susanne Bolender von der Stadtapotheke. Beratend stehen im Projekt Ursel und Peter Gutmair von der Gärtnerei Gutmair bereit. Aktuell wird an der Pflanzenauswahl gefeilt. Die vier „Kümmerer“ wollen langfristig Ansprechpartner für alle sein, die sich bei dem Projekt einbringen möchten.

Engagement und Verantwortung

Fischer betont, dass das Engagement der „Kümmerer“ weit über den privaten Gartenspaß hinaus geht: „Jeder, der sich beteiligt, übernimmt auch ein Stück Verantwortung für den öffentlichen Raum.“ Die Hochbeete seien vor allem sozialer Ort, Treffpunkt und Aktionsraum, der von allen geschaffen wird.“ So entsteht durch gemeinschaftliches Kümmern Aufenthaltsqualität, die dekorative Kübel mit Blumen und Zierpflanzen kaum schaffen können. Der Entwicklung des Projektes stehen alle Beteiligten offen gegenüber. „Es ist ein Pilot, ein Versuch, und wir sind gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird“, betont Konrad. Sollte es gut angenommen werden, könnten weitere Beete im Isnyer Stadtraum dazukommen, man denke langfristig.
Den Tenor unter den „Kümmerern“ fasst Markus Fischer jedenfalls so zusammen: „Alle freuen sich darauf, dass mit dem Isny Stadtbeet die Lebendigkeit der Straße wieder geweckt wird.“

Gefördertes Projekt

Gefördert wird das Projekt wegen seiner Ausrichtung auf die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms „Sofortprogramm Einzelhandel / Innenstadt“.