Glasiusweg soll im Frühjahr eingeweiht werden


am 23.01.2023

Zum Oktober 2021 haben die Gemeinden Buchenberg, Isny und Leutkirch gemeinsam ein neues, innovatives Projekt auf den Weg gebracht: Der „Glasiusweg“ in der Adelegg, zwischen Schmidsfelden und Eisen-bach/Kreuzthal, sollte ein interaktiver Themenweg für Kinder und Familien werden.

Ein Jahr später ist der Weg bereits im Bau. Einheimische wie Urlaubsgäste sollen dort zukünftig an 16 Stationen mit viel Spielspaß und Spannung in die faszinierende Geschichte der Glasmacherei in der Adelegg eintauchen können. Erste Rohbauten lassen schon erahnen, wie die Stationen einmal aussehen werden. Die offizielle Eröffnung ist pünktlich zu Beginn der Wander-Saison am 14. Mai 2023 geplant.

Initiiert wurde das Projekt vom Verein Allgäuer Glasregion Adelegg. In diesem Verein arbeiten alle Gemeinden der Adelegg zusammen, um die Region nachhaltig zu entwickeln. Ziel ist es, die Region zu fördern, ohne ihre vielen, wertvollen Schutzgüter zu beeinträchtigen. Konkret sind im Verein die Kommunen Altusried, Buchenberg, Isny, Leutkirch, Weitnau und Wiggensbach vertreten. Am Glasiusweg beteiligen sich die Gemeinden Buchenberg, Isny und Leutkirch, auf deren Gemarkungen der Weg auch verläuft. Die drei Gemeinden teilen sich die Kosten zu gleichen Teilen auf.
Insgesamt wird der neue Erlebnisweg etwa 380.000 Euro kosten. Über das LEADER-Projekt der Europäischen Union wurde ein Zuschuss von gut 140.000 Euro Fördergelder von der Regionalentwicklung Oberallgäu bereits im August 2021 genehmigt. Dieser Zuschuss ist eine wichtige Unterstützung bei der Finanzierung des Projektes.

Im Oktober begannen die ersten Baumaßnahmen entlang des Weges. Vorweg ging ein Sommer voll intensiver Planungen und Vorarbeit. Gebaut wird der Glasiusweg von der Firma Cambium, die ihren Sitz in Schmidsfelden, passenderweise direkt am Einstiegspunkts des Weges, hat. Cambium konnte sich bei der Vergabe im Januar dieses Jahrs gegen ein starkes Feld von Mitbewerbern durchsetzen und erhielt den Zuschlag für das Projekt.

„Ausschlaggebend für den Zuschlag war für uns die Vision, die Cambium für den Weg hatte“, so Adelegg-Ranger Tobias Boneberger, der für den Verein Allgäuer Glasregion Adelegg das Projekt leitet. So ist der Ansatz von Cambium, dass die Stationen das Bild vermitteln sollen, die Glasmacher seien „gerade noch hier gewesen“. Besucher sollen visuell eintauchen können in die Geschichte. Um dieser Vision gerecht zu werden, wurden fast alle Stationen mit Materia-lien gebaut, wie sie damals zur Verfügung standen und optisch möglichst originalgetreu historisch gestaltet. Auf große Infotafeln, die die historische Szenerie stören würden wurde daher ebenfalls bewusst weitestgehend verzichtet.

Natürlich heißt das nicht, dass es auf dem Weg nichts zu lernen gäbe – im Gegenteil. Die Stationen stecken voller spannender Geschichten aus der Zeit der Glasmacher. Aber: Diese Geschichten wollen entdeckt werden. Texttafeln sind entlang des Weges versteckt, unter doppelten Böden, hinter Fensterläden und in vielen anderen Verstecken. Auf den ersten Blick stört den Besucher also nichts an der historischen Szenerie, die die Modelle an den einzelnen Statio-nen ihm bieten. Will man jedoch die Geheimnisse hinter dem Modell erfahren, so muss man sich auf die Suche ma-chen. Hinweise verraten wo die versteckten Texttafeln zu finden sind.
Begleitet werden Kinder auf der Wanderung auch vom kleinen Glasgeist Glasius - Namensgeber und Maskottchen des Weges. Auch der Glasgeist versteckt sich an allen Stationen. Wo? Das ist geheim und muss von den Kindern selbst entdeckt werden. Unterwegs erzählt Glasius aber auch allerlei Geschichten aus seinem Leben und dem der Glasmacher – schließlich war er selbst damals immer mit dabei.
Am 14. Mai 2023 wird der Weg für Besucher feierlich eröffnet werden. Zeitgleich findet an diesem Wochenende auch das „Markttreiben“ im Glasmacherdorf Schmidsfelden statt. Es soll noch nicht zu viel verraten werden aber es wird an diesem Tag entlang des Weges allerlei Besonderes zu entdecken geben.
(Pressetext Stadt Leutkirch/Hr. Stupka)

Foto:
Die Bauherren des Glasiusweges an einer der ersten Stationen: Toni Barth, BM Buchenberg; Stefan Michaelis, Glashütte Schmidsfelden; Joachim Konrad, BM Altusried; Ranger Tobias Boneberger; Rainer Magenreuter, BM Isny; Hans-Jörg Henle, OB Leutkirch; Franz Renner, Adelegg-Experte; Thomas Eigstler, BM Wiggensbach; Prof. Dr. Manfred Thierer, Heimatpflege Leutkirch (von links). Foto: Cassier