Ein „Multitalent“ geht in Ruhestand – Anita Gösele verabschiedet


am 27.07.2021 von Barbara Rau

Anita Gösele gehörte zu den besonders treuen Mitarbeitern der Stadtverwaltung Isny. Nun wurde sie nach fast 40 Jahren Dienst bei der Stadt Isny bei einer kleinen Feier im Rathaus in den Ruhestand verabschiedet.

Bürgermeister Rainer Magenreuter drückte große Wertschätzung für seine langjährige Mitarbeiterin humorvoll aus, wie es zu einer Anita Gösele passt. „Mädchen für alles“ – diesen Begriff gebrauche er sonst nie, aber auf die scheidende Sachgebietsleiterin „Familie, Kinder und Bildung“ treffe es einfach zu. Sie habe noch nie bei irgendwelchen Anforderungen gesagt, das gehe nicht oder das könne sie nicht. Anita Gösele habe über sehr vieles Bescheid gewusst, sei einerseits die „gute Seele“ des Rathauses gewesen, konnte aber durchaus auch kritisch sein.
Nach ihrem Studium trat die aus Heidenheim stammende Verwaltungsfachfrau ihre erste Stelle im Isnyer Rathaus an. Abgesehen von Elternzeit und damit verbundenen Beurlaubungen wegen der beiden Kinder, war sie eine Konstante im Rathaus. Als damals stellvertretende Amtsleiterin war sie ab 1982 für Schulangelegenheiten, Vereinsförderung, ÖPNV und die Schriftführung im Gemeinderat zuständig und alsbald auch stellvertretende Wahlvorsteherin. Die Landtagswahl 2006 und die Bürgermeisterwahl 2007 waren ihre ersten Wahlen in alleiniger Verantwortung. Ab 1985 war sie zudem Ausbildungsbeauftragte. 1983, als zehn Jahre Städtepartnerschaft mit Notre-Dame-de-Gravenchon gefeiert wurden, fuhr sie erstmals mit nach Frankreich und bekam da-mit das Amt der Partnerschaftsverantwortlichen übertragen. Sie ist überdies seit Gründung des Stadtseniorenrats dessen Ansprechpartnerin im Rathaus und Mitglied im Arbeitskreis Senioren. Schulen und Kindergärten standen über die Jahre in ihrer Verantwortung. Als sie anfing, gab es erst zwei städtische Kindergärten. „Wenn man sieht, was alles hinzugekommen ist, wird klar, dass die Aufgaben nicht immer leicht waren“, betont Bürgermeister Magenreuter.
„Ich hätte Sie gerne schon früher kennengelernt“, bekannte Hauptamtsleiter Frank Reubold, „Sie haben mir den Einstieg vor drei Jahren erleichtert. Auf Sie kann man sich 110-prozentig verlassen.“ Er bezeichnete Anita Gösele als „Multi- und Organisationstalent“. Ihr sei nichts zu kompliziert gewesen.
Personalratsvorsitzende Silvia Kahl dankte für gemeinsame 17 Jahre, in denen sie Ausflüge und Weihnachtsfeiern zusammen organisiert aber auch viele Personalentscheidungen getroffen hätten.
Nach der offiziellen Verabschiedung wurde Anita Gösele im Kollegenkreis verabschiedet. Auch da war viel Herzlichkeit und Wehmut zu spüren. Mit einem Minijob bleibt sie dem Rathaus vorerst aber zumindest zeitweise erhalten.

Anerkennung durch den Gemeinderat

Bei der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause wurde Anita Gösele vom Gemeinderat verabschiedet. nach einer Präsentation, die ihre beruflichen Aufgaben darstellte, ging die scheidende Sachgebietsleiterin detaillierter auf ihr Wirken in Isny ein. Stadtrat Peter Manz drückte ihr stellvertretend für den Gemeinderat Anerkennung für das Geleistete aus und dankte ihr für die so lange, gute Zusammenarbeit. Sie habe alle Aufgaben pflichtbewusst und in vorbildlicher Weise angenommen, sei immer berechenbar und geduldig gewesen.