Ein mögliches Biosphärengebiet in der Region weckt Hoffnungen


am 21.07.2021 von Barbara Rau

Die Käsküche Isny war die erste Station beim Kreisbesuch der neuen Landes-Umweltministerin Thekla Walker. Sie sondierte, wie das Angebot eines „Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben“, das im Koalitionsvertrag enthalten ist, hier ankommt.

Regierungspräsident Klaus Tappeser, Landrat Harald Sievers, die Landtagsabgeordneten Petra Krebs, Raimund Haser und August Schuler, Vertreterinnen der Landfrauen und regionale Akteure aus der PLENUM-Projektzeit waren bei der ersten Station mit dabei. Die Käsküche Isny tischte als zweites Frühstück Kostproben ihrer Produkte auf.

In ihrer Begrüßungsrede betonte Ministerin Walker, dass in der Koalitionsvereinbarung im Mai 2021 das Angebot für die Einrichtung eines Biosphärengebietes in der Region Allgäu-Oberschwaben enthalten sei. Ob dieses Angebot wahrgenommen werde und in welcher Dimension das Biosphärengebiet eingerichtet wird, das sei Sache der Region. Aus ihrem Haus könne Sie aktive Unterstützung für den Entscheidungsprozess und die Umsetzung signalisieren. Heute sei sie hier, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen und erste Gespräche zu führen.

Bürgermeister Magenreuter, Stadt Isny freute sich sehr über den hochrangigen Besuch. Er sprach kurz die Überlegungen für ein Biosphärengebiet in der Region vor ca. zehn Jahren an, die damals von der Stadt Isny koordiniert wurden. Damals sei die Zeit jedoch noch nicht reif dafür gewesen.

Erwartungen sind hoch

Danach folgte eine kurze Vorstellung der in der PLENUM-Modellphase in den Jahren 1995-2012 umgesetzten Projekte. Andreas Morlok, der damalige Regionalmanager bei PLENUM hatte die ehemaligen Projektpartner der Schlüsselprojekte eingeladen. Er zeigte sich positiv überrascht, wie viele PLENUM-geförderte Projekte sich über zwei Jahrzehnte gehalten und weiterentwickelt haben. In einem Kurzvortrag stellten die Projektbetreiber aus dem Raum Isny-Leutkirch und Wangen ihre Projekte vor und gaben jeweils ein kurzes Statement dazu ab, welche Chancen sie bei der Ausweisung eines Biosphärengebiets in der Region sehen. Die Erwartungen sind hoch. Franz Hiemer, Gründungsmitglied der Käseküche und ÖPNV-Berater sieht Chancen für eine Beweidung als ökologische Aufwertung von Grenzertragsstandorten, samt Vermarktungsinitiative für die Weiderinder. Er sieht aber auch Hoffnung für einen Schub für den ÖPNV.
Brauereibesitzer Gottfried Härle erhofft sich als Vorsitzender des Gastroprojekts „Landzunge“ eine Stärkung der heimischen Qualitätsgastronomie und die Schaffung weiterer regionaler Mar-ken-Produkte. Alexander Diet, dem Inhaber der Käsküche, glaubt, es könnten sich neue Vermarktungsmöglichkeiten erschließen. Der Isnyer Stadtrat und Landschaftsarchitekt Erhard Bolender, sieht mit dem Biosphärengebiet eine Chance für die Vernetzung der kommunalen Biodiversitäts-konzepte und eine Weiterentwicklung der Gewässerkonzepte für Seen und Weiher. Claus Zen-gerle, Biolandwirt und Ortsvorsteher des Kurorts Neutrauchburg, wäre an einer Weiterentwick-lung in Sachen Tierwohl gelegen. Er ist sich zudem sicher, dass der Gesundheitsstandort Isny vom Prädikat Biosphärengebiet profitieren würde. Dass das auch auf den Radtourismus zutrifft, davon ist Belinda Unger, die Geschäftsführerin des Zweckverbands Tourismus Württembergi-sches Allgäu überzeugt.
Diese positive Grundstimmung für die Einrichtung eines Biosphärengebiets von erfahrenen Akteuren in Sachen Nachhaltigkeit nahm Ministerin Walker gerne zur Kenntnis. Sie freue sich auf einen fruchtbaren Entwicklungsprozess, versicherte sie.