Drei achte Klassen der Isnyer Schulen bilden den 8er-Rat


am 02.11.2020 von Barbara Rau

Der Startschuss für den 8er-Rat ist gefallen. Das Projektteam mit Projektleiterin Nadine Rox hat sich und diese Form der politischen Beteiligung in den drei beteiligten achten Klassen der Isnyer Schulen vorgestellt. Die Pandemie macht Anpassungen im Verlauf notwendig.

Der schulartübergreifende 8er-Rat aus Schülern achter Klassen, hat sich in anderen Städten bereits als wirkungsvolle Form der jugendgerechten Beteiligungsform an Kommunalpolitik erwiesen. 2019 entschied der Gemeinderat, dass dies auch in Isny stattfinden soll. In den baden-württembergischen Bildungsplänen sind Themen wie „Demokratie in der Gemeinde“, Mitbestimmung und Mitwirkung im Gemeinwesen“ oder „Demokratische Möglichkeiten der Einflussnahme“ für den Unterricht in den achten Klassen vorgesehen. Deshalb bietet sich gerade der 8er-Rat als Instrument der politischen Bildung an. Die Gemeindeordnung von Baden-Württemberg sieht die Beteiligung von Jugendlichen in einer Kommune vor. Diese für die unterschiedlichsten Schüler erlebbar zu machen, sie dafür zu motivieren und das im schulischen Rahmen, ist erklärtes Ziel des 8er-Rats. Im Idealfall werden die Schülerinnen und Schüler von fachkundigen Paten aus Wirtschaft, Stadtverwaltung, Team Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Gemeinderat unterstützt und mehrere Konferenzen abgehalten.
Jeweils nur eine achte Klasse von Gymnasium, Werkrealschule und Realschule nimmt am 8er-Rat teil. Das wurde von den Schulen, der Stadtverwaltung und dem Verein Kinder- und Jugendarbeit Isny mit Blick auf die aktuelle Virus-Situation so vereinbart. „Wir wollten trotz der erschwerten Lage dieses Schuljahr nutzen und mit dem 8er-Rat losle-gen“, erklärt Nadine Rox, „andere Städte arbeiten auch ohne Corona nur mit einer achten Klasse pro Schule“. Gemeinsam wurde mit den Schulleitungen abgestimmt, welche achte Klasse dieses Jahr dabei sein kann. Eines der Krite-rien war, dass die Mehrheit der Schüler in Isny zuhause ist. In der Werkrealschule entschied man sich für die Inklusi-onsklasse.

Alle zum Mitmachen motivieren

Am 24. September besuchte das Projektteam mit Nadine Rox, den drei Schulsozialarbeiterinnen Kathrin Meier, Elisabeth Mayr und Melanie Anlauf, Matthias Hellmann vom Verein Kinder- und Jugendarbeit Isny, Franziska Bauer vom Kreisjugendring und Hauptamtsleiter Frank Reubold als Vertreter der Stadtverwaltung die ausgewählten Klassen. Neben der Vorstellung erfolgte auch eine erste Stimmungsbildabfrage. Ein Fazit von Nadine Rox: „Allen wurde klar, dass der 8er-Rat in den unterschiedlichen Klassen auf sehr unterschiedliche Schülerinnen und Schüler und Voraussetzungen trifft und dort ansetzen muss. Es wird spannend, alle zum Mitmachen zu motivieren und gemeinsam mit den Ju-gendlichen Ideen zu entwickeln.“ Allen sollen die Möglichkeiten der politische Beteiligung, ungeachtet ihres persönli-chen Hintergrunds oder schulischen Niveaus, eröffnet werden. Man darf gespannt sein auf die Gedanken und Ideen der jungen Bürgerinnen und Bürger.
Die Auftaktveranstaltung sollte am 5. November im Rathaus stattfinden. Erneut wurden die Planungen aber durch das Corona Virus ausgebremst. „Die ausgerufene Pandemiestufe 3 in Baden-Württemberg erlaubt derzeit nicht, dass wir so mit den Jugendlichen arbeiten“, sagt Matthias Hellmann, Kinder-, Jugend- und Familienbeauftragter der Stadt. Stadtverwaltung, Schule und kommunale Jugendarbeit arbeiten beim 8er-Rat eng zusammen, um möglichst viel während des normalen Unterrichts umzusetzen. Das Vorbereitungsteam hofft, baldmöglichst loslegen zu dürfen. „Sobald es die Situation erlaubt, können wir starten“, versichert Hellmann.