Die „Seele des Gymnasiums“ geht in den Ruhestand


am 15.11.2021 von Barbara Rau

Fast vier Jahrzehnte saß Ingrid Hörmann an der zentralen Schaltstelle des Gymnasiums, im Schulsekretariat. Nun geht sie in den Ruhestand und alle sind sich sicher, sie wird vermisst werden.

Auf dem Weg vom Gymnasium zur kleinen Verabschiedungsfeier im Rathaus standen Schüler Spalier. Das hat zum einen Ingrid Hörmann sehr gerührt, zum anderen deutlich gezeigt, welch hohe Wertschätzung die scheidende Schulsekretärin gerade auch bei den Schülerinnen und Schülern genießt.
Ihre Ausbildung hat Ingrid Hörmann bei der Deutschen Bahn gemacht, wo sie bis 1982 als Disponentin arbeitete. Dann zog es sie wieder nach Isny, wo sie am 1. Juli 1982 ihre Stelle als Schulsekretärin im Gymnasium antrat. Ihre Erfahrungen bei der Bahn nützten ihr insbesondere beim Aufbau der Schülerbeförderung, bei dem sie maßgeblich involviert war. In den 39 Jahren ihrer Tätigkeit musste sie mit gesellschaftlichen und schulischen Veränderungen genauso klar kommen wie mit technischen Neuerungen. Kompetenz aber auch Gelassenheit und Humor haben ihr beim Meistern solcher Herausforderungen geholfen. Das hat wohl auch dazu beigetragen, das sie von ihren einstigen Lehrern sofort als Mitarbeiterin akzeptiert wurde, wie sie erzählt.
„Manche kennen die Schulsekretärin besser als den Bürgermeister“, verdeutlichte Bürgermeister Rainer Magenreuter augenzwinkernd die Bedeutung ihrer vielseitigen Arbeit. Ingrid Hörmann sei eine Stütze der Schule gewesen, wo sie die Belange von Schulleitung, von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern miteinander vereinbaren musste und dabei in Doppelfunktion auch für die Stadt tätig war. „Es war sicher nicht immer eine leichte Aufgabe, die Sie aber mit Bravour gemeistert haben“, lobte Bürgermeister Magenreuter. Er danke ihr für ihre treuen Dienste über so lange Zeit.
„Im alltäglichen Leben einer Schule sind Hausmeister und Sekretärin wichtiger als der Schulleiter“, betonte Rektor Jochen Müller nur halb im Scherz. Ingrid Hörmann habe vieles abgefedert, ausgeglichen oder glatt gezogen. In 40 Jahren sei viel passiert, die größte Herausforderung aber sicher der gesellschaftlichen Wandel der ins Schulleben hineinwirke. „Sie haben Dinge mitgetragen, die Kraft gekostet haben, wie jetzt die Corona-Pandemie. Und Sie waren Schnittstelle in einem Schulbetrieb, der nicht mehr so berechenbar wie früher ist.“ Er habe größte Achtung vor ihrem Lebenswerk, bekannte der Schulleiter.
Im Namen des Personalrats dankte Gudrun Albrecht der „freundlichen Kollegin mit viel Herz“.