Der neue Beurener Bauhof hat einen „Wow-Effekt“


am 13.05.2022 von Barbara Rau

Auf dem neuen Betriebsgebäude des Baubetriebshofes in Isny-Beuren wird Strom selbst erzeugt. Mit der PV-Anlage, die demnächst in Betrieb geht, wurde auch das neue Gebäude nachträglich „eingeweiht“.

Corona hatte jeglichen Einweihungsplänen für den 2019 fertig gestellten Bauhof einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dabei sind die Beurener „glücklich und stolz, dass wir den neuen Bauhof haben“, wie Ortsvorsteherin Silvia Ulrich betonte. Habe man bis dahin doch nur einen offenen Schopf gehabt, der Aufenthaltsraum der Mitarbeiter war beim Rathaus und Maschinen und Material waren verstreut untergebracht. Sie sei froh, damit den engagierten Mitar-beitern etwas Gutes tun zu können. Dass jetzt auf dem Dach eine PV-Anlage installiert wurde, dafür dankte Silvia Ulrich der Stadt und insbesondere auch Isnyer Stadtkämmerer Werner Sing. Sie finde diese Stromerzeugung folgerichtig. „Für das neue Baugebiet wurde eine PV-Pflicht beschlossen, bevor das gesetzlich gefordert war. Die Stadt muss dann aber auch Vorbild sein und hier bot es sich an.“ Der Bauhof wurde nämlich neben der Pumpstation fürs Abwasser gebaut und für beides ist der Sonnenstrom ideal, weil nicht nur ökologisch sinnvoll sondern auch wirtschaftlich, wie Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter erklärte. Die Stadt habe über 100 Liegenschaften und die alle jetzt sofort mit PV-Anlagen zu versehen, sei nicht realistisch, „aber bei Neubauten, wie beispielsweise der Verbundschule, kommen natürlich PV-Anlagen drauf.“ Dass der Ortsbauhof ein schönes, in die Landschaft passendes Gebäude wurde, freue ihn ebenfalls.

Vieles selbst gemacht

Einen „Wow-Effekt“ bekannte Bauhofleiter Rudolf Dilger angesichts des neuen Bauhofes. Das verband er mit einem Dank an die Ortsvorsteherin, die Stadt und den Kämmerer. Sie seien in Beuren top ausgestattet, was aufgrund der Ferne zum Isnyer Baubetriebshof auch wichtig sei. Es kamen überhaupt viele Dankesworte. Zum einen an Martin Moosmann, dem Verantwortlichen beim Hochbauamt, und zum anderen an den städtischen und den Ortsbauhof. Laut Ortsvorsteherin Ulrich hat Moosmann den Bau, für den er fast alle Gewerke selber ausgeschrieben und die Bauleitung übernommen hat, mit viel Engagement und Herzblut begleitet. Morastiger Untergrund erschwerte den Baubeginn, die Baufirma fand aber eine gute Lösung, die obendrein Geld sparte. Es wurden örtliche Handwerker beschäftigt, sehr vieles aber wurde durch die Bauhöfe selbst geleistet. Rudolf Dilger baute beispielsweise die Treppe. Auch dafür gab es großen Dank.
Dank ging auch an Hellen Maus, Energiemanagerin der Stadt, die sich sehr für die Umsetzung der PV-Anlage einsetzte und auch den Kontakt zu REFI-Mitglied Klaus Einsle herstellte. Sie lobte ihrerseits dessen ehrenamtliche, kompetente und neutrale Beratung.
Fakten: Der neue Bauhof ist in Holzständerbauweise gebaut, mit einer unbehandelten Lärchenholzfassade.
PV-Anlage: 29,97 kWp, auf Ost- und Westdach; Batteriespeicher mit 12 kWp, der modular aufrüstbar ist; Eigenver-brauchsquote 60 bis 70 Prozent; C02-Einsparung ca. 24 t/Jahr; Gesamtkosten 60.000 Euro. Mit der sukzessiven An-schaffung von Akku-Geräten soll der Eigenverbrauch erhöht werden.

Foto: Stolz auf den neuen Beurener Ortsbaubetriebshof mit PV-Anlage: (von links) Rudolf Dilger, Martin Wucher, Leonhard Schwenk, Ortschaftsrätin Barbara Schädler, Hellen Maus, Ortsvorsteherin Silvia Ulrich, Bürgermeister Rainer Magenreuter, Martin Moosmann, Stadtkämmerer Werner Sing. Foto: Stadt Isny/Rau