Claus Fehr hätte ein rauschendes Abschiedsfest verdient


am 01.04.2021 von Barbara Rau

Bauamtsleiter Claus Fehr arbeitet seit 1. Januar 2021 nicht mehr im Rathaus Isny. Zum 31. März endete offiziell seine Tätigkeit für die Stadt. Wegen Corona konnte er nur in kleiner Runde und mit Abstand in den Ruhestand verabschiedet werden. Die „Entlassungsurkunde“ erhielt er abends in der Gemeinderatssitzung.

„Claus, du hättest ein rauschendes Abschiedsfest verdient“, bescheinigt ihm Bürgermeister Rainer Magenreuter, man könne ihm gar nicht genug danken. Aber auch wenn es eine kleine Feierstunde war, so verlief sie doch umso herzli-cher, ein wenig wehmütig aber auch humorvoll. So wie es zu Claus Fehr passt, der bei allen Herausforderungen seinen Humor nie und seine Beherrschung seltenst verlor. Zahlreiche Anekdoten aus seinen knapp vier Jahrzehnten im Isnyer Rathaus beleuchten ein abwechslungsreiches, herausforderndes, oftmals auch kräfte- und nervenzehrendes Arbeitsleben, das dennoch immer wieder amüsante Momente mit sich brachte. „Ohne Claus Fehr gäbe es keine Umgehungstraße und hätte es keine Bau- und Gewerbegebiete in den letzten Jahrzehnten gegeben“, zählt Bürgermeister Magenreuter einige große Projekte auf. Es seien mehrere 100 Mio. Euro von ihm für die Stadt verhandelt worden, immer gut und meist erfolgreich. Das zeige, welche Bedeutung sein Job gehabt habe. „Du hast die Stadtentwicklung maßgeblich vorangetrieben.“ Und dabei habe er ihn immer als offenen, freundlichen und bestens informierten Kollegen erlebt.

Mit vier Bürgermeistern gearbeitet

Vier Bürgermeister hat Fehr erlebt, Hubert Benk, Dr. Christof Eichert, Manfred Behrning und Rainer Magenreuter. Ihm habe es als neuem Bürgermeister sehr gut getan, so einen erfahrenen Kollegen zu haben, bekennt dieser. „Ich hatte eine super Zeit mit dir.“
Claus Fehr hat am 1. Mai 1983 im Rathaus Isny angefangen, damals gab es noch eine Bahnlinie nach Kempten. Zuvor war er nach zwei Jahren als Zeitsoldat bei der Bundeswehr und der Ausbildung zum gehobenen Dienst in der Allgemeinen Finanzverwaltung Baden-Württemberg, ab 1982 in der Oberfinanzdirektion Stuttgart. Es zog ihn jedoch wieder nach Oberschwaben oder ins Allgäu und so bewarb er sich in Isny als Leiter des Liegenschaftsamtes. 2005 folgte zusätzlich die Leitung des Bauamts und nach einer Umstrukturierung wurde er Leiter des Fachbereichs III, Bauen, Immobilien, Wirtschaft. Wirtschaftsförderer war deshalb einer der Wirkungsbereiche von Claus Fehr. Er pflegte stets enge Kontakte zu den Isnyer Betrieben, war bestens vernetzt und setzte sich auch auf diesem Gebiet erfolgreich für die Entwicklung der Stadt ein.
Wie Fehr erzählt, erfuhr er im Bewerbungsgespräch, dass es keiner der Vorgänger länger als zwei Jahre ausgehalten habe. Dass er es jetzt 38 Jahre „ausgehalten“ hat, spricht für Fehrs Durchhaltevermögen aber auch dafür, dass er genau der richtige Mann an der richtigen Stelle war.

Drei Bürgerentscheide

Eine Präsentation im Gemeinderat bei der dortigen Verabschiedungszeremonie zeigt, wie sehr Fehr Isny geprägt hat. Schulhäuser – ob Erweiterung der Grund- und Hauptschule, Renovierung des Gymnasiums oder der Neubau der Realschule (durch die Gebrüder Immler) - haben ihn ständig begleitet. Das letzte große Schulbauprojekt, der Neubau der Verbundschule, kann er nicht mehr selber abschließen. Grunderwerb, ob für Straßen oder Wohn- und Gewerbegebiete, verhandelte er erfolgreich, selbst in aussichtslos scheinenden Fällen. Deutlich erinnert er sich noch an die knappe Abstimmung für die Fußgängerzone Wassertorstraße. Dass das Stadttor von Peter Zumthor beim Bürgerentscheid ab-gelehnt wurde, bedauert er bis heute. Drei Bürgerentscheide in Isny hat er an entscheidender Stelle erlebt. Dass in Isny früh auf Erneuerbare Energien und Klimaschutz gesetzt wurde, ist ihm mit zu verdanken und dass Isny auf Anhieb den „eea“ in Gold erwarb, daran hat er großen Anteil. Ganz nebenbei organisierte er auch noch zehn Jahre lang bis 2006 das Isnyer Kinder- und Heimatfest.

Riesiges Engagement

Zu den ganz großen Projekten zählen sicher neben der Entwicklung von Wohn- und Gewerbegebieten, die B12-Umfahrung, für die lange gekämpft werden musste, und zuletzt die Sanierung der Südlichen Altstadt einschließlich Umbau des Hallgebäudes. Die Baufortschritte am Marktplatz darf er nächstes Jahr als Spaziergänger verfolgen.
„Claus Fehr hat nie auf die Arbeitszeiten geschaut, er stand auch am Wochenende und abends zur Verfügung – zeigte einfach ein riesiges Engagement“, betont Bürgermeister Magenreuter bei der abendlichen Urkundenübergabe im Gemeinderat. „Viele Entwicklungen in Isny tragen seine Handschrift.“ Stehend klatscht der Gemeinderat Beifall. Und Claus Fehr sagt zum Abschied aus voller Überzeugung: „Ich würde heute alles wieder so machen: Mich bei der Stadt Isny bewerben, mich über die Stelle freuen und Jahrzehnte hier bleiben.“

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