14 junge Isnyer Bläser bestehen D1 Prüfung mit Live-Übertragung


am 12.05.2021 von Barbara Rau

Unterricht an der Jugendmusikschule läuft derzeit unter erschwerten Bedingungen. Lehrer und Schüler lassen sich aber nicht entmutigen. Junge Musiker und Musikerinnen der Stadtjugendkapelle haben nun sogar ihre D1 Prüfung mittels Live-Übertragung absolviert.

Markus Radigk hat es möglich gemacht. Der Leiter der Zweigstelle Isny der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu und Dirigent der Stadtjugendkapelle hat viel getan, damit die jungen Bläser der Stadtjugendkapelle die D1 Prüfung absolvieren können. Das beste dabei ist, dass alle 14 Schülerinnen und Schüler erfolgreich bestanden haben.
Es war einiges an Abstimmungen mit dem Präsidenten des Blasmusikverbandes Ravensburg, Rudolf Hämmerle und den Verantwortlichen der Bläserjugend notwendig, um eine solche neue Prüfungsform zu testen. Markus Radigk und die jeweiligen Lehrer der Jugendmusikschule bereiteten die technische Ausrüstung aufwändig vor. Im Proberaum der Stadtkapelle wurde die Video- und Tonstation aufgebaut und das Spiel live in den Nebenraum übertragen, wo der Prüfer saß. Die Kommunikation erfolgte über ein Mikrofon. Mit etwas Engagement und technischem Einsatz seien solche Dinge auch möglich, erklärt Radigk.

Motivation für junge Musiker*innen

Die notwendigen Theorieprüfungen werden nachgeholt, sobald es die Corona-Bedingungen zulassen. Theorie- und Gehörbildungsunterricht findet derzeit wöchentlich online statt.
Die Jugendlichen und er seien sehr froh, dass die D1 Prüfung wenigstens in dieser Form durchgeführt werden konnte, berichtet der Dirigent. „Das hat alle in dieser Zeit wieder ein kleines Stück motiviert.“ Gleichzeitig macht Radigk klar, dass er persönlich nicht wirklich nachvollziehen kann, warum ein Einzelunterricht unter strengsten Hygiene- und Abstandsauflagen nicht stattfinden darf. „Dies wäre sehr wichtig für die Schüler und Schülerinnen und für die Arbeit, die von uns geleistet wird“, sagt er. „Der Mehrwert wäre um ein Vielfaches höher in Bezug auf die musikalische Qualität und vor allem auch unter sozialen Gesichtspunkten.“ Ihm sei unverständlich, warum Schulklassen bis zu einer Inzidenz von 165 in Gruppen in die Schule dürfen - was er sehr in Ordnung finde - die Musikschule jedoch erst bei einer Inzidenz unter 100 Einzelunterricht anbieten dürfe. „Das passt für mich nicht zusammen und belastet zunehmend Schüler, Eltern und Lehrer“, hofft Radigk auf eine baldige Änderung der Verordnung.

Fotocollage: Markus Radigk mit seinen Prüflingen – alles auf Abstand.
Foto: Radigk