Bevölkerungsschutz und Notfallvorsorge


am 31.10.2022 von Barbara Rau

Die derzeitige Krisensituation verunsichert die Menschen. Es gilt, die mögliche Vorsorge zu treffen, gerade um panische Reaktionen zu vermeiden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und die Stadt Isny stehen den Menschen mit Rat und Tat zur Seite.

Die zeitweilig angespannte Versorgungssituation in Deutschland führt dazu, dass das Risiko einer Gasverknappung steigt. Das könnte auch zu Engpässen in der Stromversorgung und Stromausfällen führen. Die Stadt Isny arbeitet dafür einen Notfallplan aus. Das Wasserwerk hat schon vor geraumer Zeit ein Notstromaggregat angeschafft, um für Stromausfälle gerüstet zu sein.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten als Information für die Einwohner von Isny und seinen Ortschaften:

  • Kommt eine Gasmangellage?
    Ein klares Ja oder Nein gibt es nicht. Dank eines bisher warmen Jahres sind die Gasspeicher in Deutschland gut gefüllt, aktuell ist die Gasversorgung stabil. Die Höhe des Gasverbrauches in den kommenden Monaten hängt sehr stark von der Witterung ab. Zurzeit müssen wir von einer möglichen Gasmangellage ausgehen.
  • Was bedeutet eine Gasmangellage für mich?
    Kommt es zu einer Gasmangellage, verpflichtet die Bundesregierung (Bundeslastverteiler) zuerst Industriekunden, ihren Gasbezug zu reduzieren oder auf Null zu senken. Ihr persönlicher Netzbetreiber arbeitet dabei stets eng mit dem Bundeslastverteiler zusammen. Auch wenn die sogenannten „geschützten Kunden“ (Privathaushalte oder soziale Einrichtungen) erst an zweiter Stelle in die Pflicht genommen werden, kann es aus technisch nicht vermeidbaren Gründen, z.B. bei einem Druckabfall, zu Gasausfällen in Privathaushalten kommen.
  • Welchen Einfluss hat eine Gasmangellage auf die Stromversorgung?
    Um die schwankende Leistung Erneuerbarer Energien auszugleichen, werden rund 14 Prozent des Stroms in unseren Netzen mit Gas erzeugt. Ein Gasmangel kann so auch zu einem Strommangel führen. Zudem raten wir dringend vom Kauf von Heizlüftern ab: Werden zu viele elektrisch betriebene Geräte zeitgleich genutzt, drohen Überlastungen des lokalen Stromnetzes und damit auch ein Stromausfall bei Ihnen Zuhause.
  • Was kann ich persönlich tun?
    Eine gute und bedachte Notfallvorsorge hilft dabei, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Sorgen Sie für einen Notvorrat an Lebensmitteln, Getränken und weiteren unverzichtbaren Artikeln (z.B. Kerzen, Streichhölzern und Hygieneartikeln). Denn bei Stromausfall können weder Läden betreten werden, noch könnte Geld bei der Bank abgehoben werden. Die Stadt kann die Notfallversorgung nicht übernehmen. Grund zur Panik besteht nicht – sorgen Sie dennoch unter anderem für Ersatzleuchtmittel und ein netzunabhängiges Radio. Weitere Empfehlungen hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) zusammengestellt. Diese Checkliste ist als pdf auf der Homepage der Stadt Isny zu finden, oder unter nebenstehendem QR-Code.
    Die gedruckte Fassung ist derzeit vergriffen, wird aber nachgedruckt.
  • Energiesparen ist wichtig
    Zudem ist Solidarität beim Energiesparen gefragt. Hilfreiche Tipps bietet die Kampagne „CLEVERLÄND“ der baden-württembergischen Landesregierung: Über nebenstehenden QR-Code oder unter www.baden-wuerttemberg.de/de/service/cleverlaend

Bundesweiter Warntag

Am Donnerstag, 8. Dezember ist wieder ein bundesweiter Warntag in Deutschland. Dazu werden sämtliche Warnmittel erprobt.
Zeitgleich um 11 Uhr wird in allen 16 Bundesländern und in allen Landkreisen und Kommunen Probealarm ausgelöst. Eingesetzt werden alle Warnmittel, wie beispielsweise Sirenen und Lautsprecherwagen. Isny ist die einzige Gemeinde im Landkreis Ravensburg, in der im Frühjahr in Stadt und Ortschaften 15 neue Sirenen installiert wurden. Mit der Warn-App NINA (Notfall-, Informations- und Nachrichten -App des Bundes) wird eine Probewarnmeldung versendet. In Isny und den Ortschaften werden die 15 installierten Sirenen heulen. Ziel ist, dass sich die Bevölkerung mit allen Warnmeldungen in Notlagen auskennt, diese richtig einordnen kann und weiß, was dann zu tun ist.
Größere Schadensereignisse und Gefahrenlagen können Sicherheit und Gesundheit, sowie das Eigentum gefährden. Eine rechtzeitige Warnung kann unter Umständen Schlimmeres verhindern. Gewarnt wird beispielsweise vor Naturgefahren wie Hochwasser oder Erdbeben, vor Unwettern, wenn irgendwo Schadstoffe oder Radioaktivität austreten, wenn die Versorgung mit Wasser oder Energie ausfällt, vor Krankheitserregern, Großbränden, Waffengewalt und Angriffen und auch vor akuten Gefahren wie Bombenentschärfungen.
Um unnötige Ängste zu vermeiden, weisen Sie bitte auch Ihre Nachbarn, insbesondere Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, auf den Warntag hin.