CarSharing Pkw auf dem Stellplatz an der Unteren Stadtmauer Isny im Allgäu

CarSharing

Allgemeines zum CarSharing

Wer nur gelegentlich ein Auto braucht, für den könnte CarSharing eine sinnvolle Option sein. Auch für Gäste, die nicht mit dem eigenen PKW anreisen, bietet CarSharing ein attraktives Zusatzangebot zum ÖPNV und Fahrrad. Das Prinzip ist einfach: Man reserviert ein Auto seiner Wahl im Internet, per App oder telefonisch, holt es an einem Stellplatz des Anbieters ab, fährt solange und soweit man will und gibt es wieder am Stellplatz zurück. CarSharing ist eine umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto. Es trägt zu lebenswerteren Städten bei, denn ein stationsbasiertes CarSharing-Auto ersetzt bis zu 10 private Pkw. Der Flächengewinn verschafft Kommunen mehr Spielraum für Fußgänger, Radfahrer, mehr Grün oder Spielplätze.

Wer nur hin und wieder ein Auto braucht, für den ist CarSharing zudem häufig günstiger als ein eigenes Auto. Für Haushalte mit mehreren Autos ist es eine Überlegung, den seltener genutzten Zweitwagen durch CarSharing zu ersetzen. Was beim Vergleich Privat-Pkw und CarSharing oft vergessen wird: Zu den Kosten eines Pkw zählen neben den Tankkosten auch Reparaturkosten, Steuern und Versicherungen sowie insbesondere der kontinuierliche Wertverlust. Die Unterhaltskosten für einen Pkw summieren sich auf einen deutlich höheren Betrag als die meisten Menschen annehmen. Pkw-Halter unterschätzen sie um mehr als 50 Prozent laut einer Studie aus dem Jahr 2020. Eine Kosten-Erhebung von Januar 2024 belegt, dass CarSharing im Vergleich zum eigenen Auto immer günstiger wird und damit für immer mehr Haushalte eine Alternative zum eigenen Auto ist: "Bis zu einer Pkw-Jahresfahrleistung von 14.000 Kilometern ist die Nutzung des Carsharing günstiger als das eigene Auto. Zum Vergleich: im Jahr 2019 lag die Grenze noch bei 10.000 Kilometern." Grund dafür ist, dass sich die Anschaffungs- und Fixkosten für ein eigenes Auto in der Zwischenzeit deutlich erhöht haben, während die CarSharing-Tarife durchschnittlich nur moderat angehoben wurden.

Der Bundesverband CarSharing empfiehlt drei Grundregeln, um abzuschätzen, ob CarSharing das passende Mobilitätsangebot für einen ist:

  • Vom CarSharing profitiert, wer mit dem Auto keine täglichen Wege zurücklegen muss. Braucht man das Auto beispielsweise für die Fahrt zu Arbeit, dann macht CarSharing meist keinen Sinn.
  • Die jährliche Fahrleistung sollte 14.000 km (38,5 Kilometer pro Tag) nicht überschreiten. Bei höheren Fahrleistungen ist CarSharing oft teurer als ein eigenes Auto.
  • CarSharing lohnt sich vor allem für jene, die auch Bus, Bahn und das Fahrrad nutzen können und wollen.

CarSharing in Isny

Neues e-CarSharing-Angebot ab 2024

Im Jahr 2024 wird es ein neues e-CarSharing-Angebot der Firma deer bei der Kirche St. Maria im Zentrum Isnys geben. Weitere Informationen folgen.

CarSharing mit WestAllgäuMobil

Unter der Marke WestAllgäuMobil stehen in Isny mehrere CarSharing-Fahrzeuge zur Nutzung bereit. In Isny wird derzeit ein stationsbasiertes CarSharing mit festen Abhol- oder Rückgabestellen für das jeweils gebuchte Fahrzeug angeboten. Die Standorte und Buchungskalender finden sich hier. Es gibt eine Kooperation mit dem Verkehrsverbund bodo (Vergünstigungen für Jahresabonnenten), mit Flinkster (CarSharing-Angebot der Deutschen Bahn) und mit Mobility (Anbieter in der Schweiz).

WestAllgäuMobil bietet zwei Nutzungsvarianten mit unterschiedlichen Konditionen an:

  • Eine Vereinsmitgliedschaft
  • Eine EinfachMobil-Registrierung

Jede Fahrt wird sowohl nach Zeit (z.B. 2 EUR pro Stunde bzw. 20 EUR pro Tag beim Opel Corsa; Abrechnung pro 15 Minuten) als auch zurückgelegter Entfernung (30-39 Cent/km, je nach Fahrzeug) abgerechnet. In der Nacht (22 bis 6 Uhr) kostet die Zeit nichts. Es gibt Rabattregelungen für Vielfahrer und je Mitglied eine um 20 Prozent vergünstigte Großfahrt pro Jahr (z.B. Urlaub). Der Vereinsbeitrag beträgt 10 EUR pro Monat und Haushalt. Kontaktdaten, eine Tarif-Übersicht und das Formular für die Vereinsanmeldung findet sich bei BodenseeMobil e.V.

Vom Stehzeug zum Fahrzeug - Privates CarSharing

Das private CarSharing wird auch als nachbarschaftliches oder privates Autoteilen oder Peer-to-Peer-CarSharing bezeichnet. Wirtschaftlich ist dies allemal, denn die meisten Autos stehen 23 Stunden am Tag ungenutzt herum. Privates CarSharing reduziert die jeden Monat anfallenden Kosten von PKWs ebenso wie den Flächenverbrauch. Für Nachbarn oder Bekannte, die ein Auto gemeinschaftlich nutzen möchten, weil Sie es zu unterschiedlichen Zeiten oder für unterschiedliche Zwecke benötigen, hat der VCD einen Mustervertrag für das private CarSharing entworfen, der gegen eine geringe Gebühr erhältlich ist. Ein ähnliches Dokument gibt es auch beim ADAC.

Alternativ ermöglichen Vermittlungsplattformen wie Getaround oder SnappCar (nur in größeren Städten verfügbar) das private Ver- und Entleihen von Fahrzeugen. Nach der Anmeldung können Privatpersonen ihr eigenes Auto zur temporären Nutzung an Dritte vermieten. Wer ein Fahrzeug benötigt, kann nach Angeboten in seiner Nähe recherchieren und auf einen Pool von privat vermieteten Fahrzeugen zugreifen. Über eine Zusatzversicherung sind alle Fahrten mit Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoschutz abgesichert. Eine Hochstufung bei der eigenen Versicherung entfällt daher, eine Selbstbeteiligung für den Mieter ist bei Schäden jedoch fällig. Trotzdem sollte der Fahrzeughalter seine Versicherung informieren, wenn er sein Auto bei einem privaten CarSharing-Portal anmelden möchte.