Viehscheid im Allgäu

Ohne Alpwirtschaft kein Viehscheid

Im Allgäu bringen viele Landwirte ihre Rinder fernab des Hofes auf Sommerweideflächen im Gebirge. Die Vorteile der Alpweiden liegen auf der Hand: Das Höhenklima, die artgerechte Weidehaltung, der vielfältige Pflanzenbestand und die selektive Futteraufnahme auf den Alpen sind der Grundstein für die Herstellung hochwertiger Lebensmittel. Eine verbesserte Konstitution und Leistungsfähigkeit der Tiere fördern obendrein den Zuchterfolg.

Die Alpsaison endet, wenn die Tage im Herbst kürzer, die Nächte kälter werden und das Gras aufhört zu wachsen. Der Abtrieb des Viehs von den Bergweiden in die Talregion, wo es in den Stallungen der Bauernhöfe überwintert, wird im Allgäu als Viehscheid bezeichnet. Der Name ist selbsterklärend, wie ein Blick hinter die Kulissen des Maierhöfener Viehscheids zeigt.

Viehscheid in Maierhöfen

In Maierhöfen sind die Landwirte in einer Weidegenossenschaft organisiert. Im Frühsommer bringen die Bauern ihr Jungvieh auf sechs Alpen zwischen 1.080 und 1.420 Metern Höhe im Schatten des Hochgrats: Untere Lauchalpe, Obere Lauchalpe, Seele Alpe, Einegunt Alpe, Schilpere Alpe und Horbach Alpe.

Im September werden die Tiere von den Alpen am Hochgrat den mehr als 20 Kilometer langen Weg nach Maierhöfen gebracht. Wenn der Alpzug mit Schellengeläut zu hören ist, erwarten die Bauern, Bevölkerung und Gäste die Ankunft gespannt. Bei einem guten Alpsommer ohne verunfallte Tiere, führt das „Kranzrind“ die Herde an.

Viehscheid 2017 in der Region
Maierhöfen 15.-17. September
Missen-Wilhams 23. September
Wengen 16. September

Das Kranzrind steht für einen guten Sommer

Das Kranzrind trägt eine aufwändige Krone aus bunten Bergblumen und Zweigen auf dem Kopf. Das Kreuz darf hier nicht fehlen, denn mit diesem wird um den Schutz Gottes gebeten. Schon immer gehört auch ein Spiegel zum Schmuck. Dieser soll die bösen Geister abwehren. Ist aber ein Tier in den Bergen verunglückt, gab es einen Beinbruch oder einen Sturz in den Tobel, fehlt das stattliche Kranzrind. Dann tragen alle Tiere nur ihre Schellen.

Das "Scheiden" der Tiere

Nach dem Lauf über Wanderwege und Dorfstraßen, werden die Tiere auf den Scheidplatz in Maierhöfen getrieben und „geschieden“. Das heißt jeder Landwirt, der seine Tiere mit auf die Alpen der Weidegenossenschaft gegeben hatte, "scheidet" sein Vieh von der Herde, um es auf den eigenen Hof zum Überwintern in den Stall zu bringen.

Wenn es ruhig wird auf dem Scheidplatz, feiern Hirten, Bauern, die Dorfbewohner und viele Gäste gemeinsam das Ende des Alpsommers. Scheidschellen werden verlost und Musikkapellen sorgen für gute Stimmung.

Das Programm zum Viehscheid in Maierhöfen finden Sie hier

Weitere Viehscheidtermine im Allgäu unter www.allgaeu.de

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