Stadtgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Isnys geht auf das Jahr 1042 zurück. Bischof Eberhard von Konstanz weihte in „villa Ysinensi“ eine von Graf Wolfrad von Altshausen-Veringen gestiftete Kirche. Manegold, der Sohn des Kirchenstifters und Bruder des Reichenauer Mönches Hermannus Contractus, erweiterte die Stiftung durch den Bau eines Klosters, stattete es reichlich mit Gütern aus und übergab es Hirsauer Benediktinermönchen. Bei dem aufblühenden Benediktinerkloster siedelten sich bald Handwerker und Kaufleute an.Es erfolgte der planmäßige Aufbau einer Marktsiedlung, die im 13. Jahrhundert zur befestigten Stadt wurde.

Feuer und Pest
Eine große Feuersbrunst legte 1284 das Kloster, die beiden Kirchen sowie zwei Drittel der Stadt in Schutt und Asche. Die Pest um 1350 raffte einen großen Teil der Bevölkerung und den ganzen Klosterkonvent dahin. Doch konnte sich die Stadt dank des Gewerbefleißes und der Rührigkeit ihrer Kaufleute verhältnismäßig schnell wieder erholen, nicht zuletzt auf Grund der Sicherheit, die die 1281 von König Rudolf von Habsburg auf Fürbitte seines Kanzlers, Heinrich von Isny, verliehenen „Lindauer Stadtrechte“ boten.

Freie Reichsstadt
Die Vogtrechte über Stadt und Kloster gingen 1306 an den Truchsessen von Waldburg über. Doch bereits 1365 kaufte sich die Stadt von ihrem Vogtherrn für 9.000 Pfund Heller frei. Noch im gleichen Jahr nahm Kaiser Karl IV. Isny unter die „Freien Reichsstädte“ auf. Wichtigste Quelle des Wohlstandes war in Isny der Leinwandhandel. Die Bürger der Stadt waren an der Ravensburger Handelsgesellschaft beteiligt und pflegten Kontakte in alle Länder Europas und bis nach Südamerika. 1507 erhielt Isny das Münzrecht.

Reformation
Schnell fanden die Gedanken der Reformation in Isny Verbreitung, zumal sich die Bürger der Stadt mit dem Kloster immer wieder uneins waren. Als eines der Zentren der Reformation im Allgäu nahm Isny 1529 in Speyer an der Protestation der evangelischen Stände teil und wurde protestantisch. 1531 trat Isny dem Schmalkaldischen Bund, dem Bündnis protestantischer Reichsstände, bei. 1555 wurde durch die Entscheidung des Augsburger Religionsfriedens die Nikolaikirche, einst vom Kloster als Marktkirche erbaut, endgültig der Stadt und damit dem protestantischen Gottesdienst übergeben. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erreichte Isny nochmals hohe geistige Blüte. Um diese Zeit errichtete Paul Fagius mit Hilfe des Handelsherrn Peter Buffler eine Druckerei, in der er hebräische und chaldäische Werke druckte, von denen sich heute noch einige in der Predigerbibliothek von St. Nikolai befinden.

Brand und Niedergang
Das Absinken des Leinwandhandels durch die neuen Baumwollimporte, zunehmende Konkurrenz auf dem Leinwandmarkt, hohe Kriegskontributionen sowie Pestepidemien, Plünderungen und wiederholte Feuersbrünste brachten der Stadt den wirtschaftlichen Niedergang. Eine der schwersten Katastrophen war der Brand von 1631, der beinahe ganz Isny zerstörte.

Schicksalhafte Aufteilung
1803 verlor Isny ihren Status als Freie Reichsstadt. Stadt und Kloster Isny wurden dem Reichsgrafen Otto von Quadt als Entschädigung für den in den Napoleonischen Kriegen erlittenen Verlust seiner linksrheinischen Besitzungen zugesprochen. 1806 kam Isny unter württembergische Landeshoheit, das Kloster blieb in gräflichem Besitz, bis es 1942 an die Stadt Stuttgart verkauft wurde. Mittlerweile befindet es sich in Privatbesitz und beherbergt heute die Kunsthalle und die Städtische Galerie im Schloss.

Durch die Angliederung an das Königreich Württemberg und das damit verbundene Abschneiden der traditionellen Wirtschaftsbeziehungen wurde die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt über viele Jahre hinweg gehemmt. Entspannung brachte schließlich die Gründung des Zollvereins Bayern-Württemberg.

Isny, selbstbewusste Stadt
Handel und Gewerbe bildeten stets das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt. Schon 1876 wurde ein Verschönerungsverein gegründet, der Wege zum Schwarzen Grat – mit 1.118 m der höchste Berg Württembergs - anlegte, einen Aussichtsturm errichtete und Wegweiser aufstellte.

Am Fuße des Höhenzuges wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Erbauung der Lungenheilstätte Überruh die Tradition Isnys als prädikatisiertes Gesundheitszentrum begründet. Bis zum Ersten Weltkrieg suchten Isny immer mehr Touristen auf. 1924 wurde hier die erste Deutsche Nordische Skimeisterschaft ausgetragen.

Das Gesicht der Stadt hat moderne Züge angenommen. Die Ortschaften Beuren, Großholzleute, Neutrauchburg und Rohrdorf gehören seit der Gemeindereform 1972 zur Stadt. Begünstigt durch Lage, Klima, eine reizvolle Umgebung und den romantischen Zauber der alten Reichsstadt, der selbst in unserer hektischen Zeit noch spürbar ist, hat sich der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt und Isny weithin bekannt gemacht.

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