Wassertor-Museum

Der ehemalige dunkle Kerkerraum im untersten Geschoss des Wassertor-Museums vermittelt einen bleibenden Eindruck von der düsteren Existenz der Gefangenen. 500 Jahre lang haben sich die Gefangenen im „Loch“ des Wassertors an der Wand verewigt, Männlein gemalt und natürlich „Kalender“- Striche gepinselt. Allzu lange musste wohl niemand im Gefängnis schmachten: Die längste Liste weist 38 Striche aus. Dafür reichte es schon, zu lärmen und Gotteslästerungen auszustoßen, um im Loch zu landen. Das geht aus historischen Gerichtsakten hervor. Die älteste Kritzelei im Turm stammt aus dem Jahr 1492, die letzten Übeltäter saßen hier während des Ersten Weltkriegs ein.

Rechts von der heutigen Eingangstür hat sich ein junger Mann mit vollem Namenszug verewigt: Mathäus Gebhardt- 1623. Über ihn berichtet am 2. Mai 1623 kurz und bündig das Ratsprotokoll: »Mathäus Gebhardt hat sich verheurath. Weyl sich befunden, das Mathäus vil gethan und noch vil schuldig, auch erst uff Augusti 22 Jahr alt, ist er uffs Wasserthor gelegt und wegen der Hochzeit bedenkhen genommen worden«. Vier Wochen später, am 4. Juni, wurde ihm dann »hochzeith zehalten vergonnt«. Er hatte sich vor der Hochzeit zu sehr mit seiner Braut beschäftigt, woraufhin sie schwanger geworden war.

Öffnungszeiten
Mai bis Oktober
Führung jeden Sa 14 Uhr
Eintritt 3 €
ermäßigt 2 €

Im Stockwerk darüber ist die Geschichte der Feuerwehr dokumentiert, samt Schild, das hinter dem Feuerwehrkommandanten hergetragen wurde, damit dieser auch im Getümmel eines Löscheinsatzes zu entdecken war. Als würde sich der Schuster gleich an die Arbeit machen, steht eine Werkstatt aus dem Jahr 1880/90 im zweiten Stock des Turms. Sie stammt aus dem Kreuzthal und gibt beredtes Zeugnis davon, dass Schuhe früher keine Wegwerfartikel waren. 

In der Wintersportausstellung verfolgt man die Anfänge des Wintersports. Hier zeigt sich, dass Sportler früher auch schon findig waren: Weil er nicht Skifahren konnte, baute sich ein gelernter Wagner 1920 einen Holz-Schlitten mit lenkfähiger Spitze und Sitzgelegenheit. Solche Dinger sieht man heute in Hightech-Version über die Pisten flitzen.

Ganz oben von der Türmerwohnung, einem kleinen Küchlein nebst Stube, reicht der Blick weit hinaus  - über die Stadt und hinüber bis zur Adelegg. Die Familie des letzten Türmers wohnte bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Turm, sanitäre Anlagen und fließendes Wasser wurden erst 1940 eingebaut. Im hölzernen Glockenstuhl mit barocker Zwiebelhaube (18. Jahrhundert) hängt eine fünf Zentner schwere Glocke von 1643.

Wassertor-Museum
Wassertorstraße 52
88316 Isny im Allgäu
Kontakt
Städtische Museen Isny
Ute Seibold
Fabrikstraße 21
88316 Isny im Allgäu
Tel. +49 7562 93434
ute.seibold@museen-isny.de
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