Hedy Hahn und Till Bastian

Bildnerisches Werk: Die stille Schönheit des Verfalls, 2020, Texttafel und Assemblage mit Mohnkapseln, Mohnsamen und Buchstaben, 150 × 50 cm, 200 × 100 × 20 cm

Literarisches Werk: Die stille Schönheit des Verfalls, Gedicht von Dr. Till Bastian

Hedy Hahn zum Konzept und Entstehungsprozess

Anknüpfend an das Zitat aus Goethes Faust
„Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht
ist wert, dass es zugrunde geht.
Drum besser wär`s, dass Nichts entstünde“
wirft Till Bastian in seinem Text die Frage auf, ob angesichts der zerstörerischen menschlichen Handelns der Planet Erde noch eine Überlebenschance hat und stellt damit Zusammenhänge her zu aktuellen Themen wie die Grenzen des Wachstums oder die ökologische Krise.

„Wärs besser, dass nichts mehr entstünde?
Im Tun liegt doch die größte Sünde!
Wir freuen uns ja nur am Werden,
doch stets stirbt es ringsum auf Erden.
Eins wird der Erdenball verglühn,
wird unbelebt durch’s Weltall ziehn,
als Schlackekugel ohne Sinn…
Doch jetzt sind wir noch mittendrin
Und übersehen
Und übergehen
Das Schicksal dieses Weltenalls
DIE STILLE SCHÖNHEIT DES VERFALLS“
Till Bastian

Mit einer Assemblage, bestehend aus zerfallenden, vertrockneten Mohnkapseln, Mohnsamen und mit Rostpatina überzogenen Papierbuchstaben reagierte ich auf den Text von Till Bastian.

Natura morta, als Zeichen des Vergehens und des Verfalls, stellt aber auch gleichzeitig millionenfachen Samen bereit, der genau wie die Buchstaben die Möglichkeit eines Neuanfangs beinhaltet. Wörter und Texte zerfallen zu Buchstaben und brauchen genau wie die Samen ein bereitetes Terrain, um Neues hervorzubringen. Werden die Buchstaben richtig zusammengefügt, ergeben sie einen weiteren Sinn der Assemblage.
Die Assemblage besteht aus dem Text von Till Bastian im Format 50 × 150 cm an der Wand. Davor auf dem Boden auf einem niedrigen Sockel im Format 200 × 100 × 20 cm werden Mohnkapseln durchmischt mit Buchstaben aufgebracht und daneben ein Feld mit Mohnsamen ausgesiebt.

Die Künstler

Hedy Hahn *1946 in Andernach, 1979 Beginn des bildnerischen Arbeitens, ab 1989 starke Abstraktion und Symbolsprache, arbeiten in Stein, Ton, Bronze, Eisen, Holz und Asche, ab 1996 Einstieg in die Malerei und Fotografie; seit 1991 zahlreiche Ausstellungen im Süddeutschen Raum und Teilnahme an Symposien.

Dr. Till Bastian *1949, Medizinstudium in Mainz, bis 1982 praktischer Arzt, Geschäftsführer der „Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“ (Friedensnobelpreis 1985), ab 1986 Schriftsteller und Journalist. Bis 2019 als Arzt in Fachklinik Wollmarshöhe tätig, zahlreiche Veröffentlichungen, 2017 Preis der Schweizer Margit-Egner-Stiftung für „besondere Verdienste auf dem Gebiet der humanistischen Psychologie“.

Infos & Kontakt

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Zum Entstehungsprozess

Bildergalerie: © Hedy Hahn