Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren und wuchs in Nürnberg auf. Ab 1949 studierte er Literaturwissenschaft, Sprachen, Philosophie, unter anderem in Erlangen, Freiburg und Paris. 1955 promovierte er zu Clemens Brentanos Poetik. Zwei Jahre später erschien mit dem Gedichtband "verteidigung der wölfe" seine erste Buchpublikation, auf die noch einige Gedichtbände, Essays, Dramen, Prosatexte und Sammelbände folgen sollten. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Literaten.

Enzensberger nahm an mehreren Treffen der literarischen Vereinigung Gruppe 47 teil, so auch 1958 als Günter Grass dort zum ersten Mal aus seinem Roman „Die Blechtrommel“ las - eine Verbindung, die im Rahmen der Baden-Württembergischen Literaturtage eine ganz besondere Bedeutung erhielt. Enzensberger war und ist im Gegensatz zu Günter Grass zum überwiegenden Teil in der Literatur verankert, jedoch bedient auch er sich immer wieder bildnerisch plastischer Mittel, um seiner Literatur einen dreidimensionalen Rahmen zu geben. Die Ausstellung „StoffWechsel. Kunst trifft Literatur“ zeigt zwei Werke von Enzensberger, die aus seiner Serie „WortSpielZeug“ stammen: Die Werke „Augentrost“, eine große Plastik bestehend aus drei Glasplatten mit identischem Text, die von einem Metallträger gehalten und aus unterschiedlicher Entfernung lesbar werden, und „Auf und Ab“, eine kleine Plastik, bestehend aus zwei Walzen auf einem Sockel, die gegenläufig Text präsentieren. Als „Wort- und Sprachspieler in Praxis und Theorie“ beweist Enzensberger, dass „wir uns bei unseren Spielen nicht auf die zwei Dimensionen beschränken müssen, welche uns das Papier bietet“. Mit seiner Serie WortSpielZeug schafft er „gegenständliche Spielzeuge … Objekte, im Halbschatten zwischen Kunst und Nonsens angesiedelt, [die] andere Formen der Lektüre ermöglichen“ (vgl. marbachermagazin 117, WortSpielZeug 2007, hg. v. Deutsches Literaturarchiv Marbach) – eine wunderbare Form, in der Kunst Literatur trifft.

Bildnachweis: Hans Magnus Enzensberger, Augentrost, 2003-2006, 200 × 100 × 120 cm, Sammlung Würth, Inv. 9634, Foto: Volker Naumann, Schönaich

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